Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 368 (sequence 4)
- Language
- German
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368 Besprechungen. stellers in die eines polemisierenden Parteigängers der Haskala, d^r zumindest out of date ist. Als Schlußkapitel des zweiten Teiles (pp. 209—263) folgt eine bibliographische Aufzählung sämtlicher Parodieen, welche seit dem Beginn des 19״ Jahrhunderts in verschiedenen Sprachen (russisch, polnisch, französisch, deutsch, englisch, holländisch* vorzüglich aber hebräisch und jüdisch-deutsch) von den Juden v<3rfaßt wurden. Die Liste, nicht weniger als 421 Nummern enthaltend* die zum großen Teil aus bereits eingegangenen und unzugänglichen Zeitschriften, Tageszeitungen und sonstigen Publikationen gesammelt sind, ist nach den Autoren, wo solche genannt waren, alphabetisch geordnet, und da der Verfasser, wie er in seiner Vorrede versichert, »mit Ausnahme einer sehr geringen Anzahl« alle Parodien selbst gelesen und auf ihren Inhalt geprüft hat, so war er auch in der Lage alle Werke mit einer kurzen Beschreibung des Inhalts zu begleiten, wodurch der Wert dieser Bibliographie wesentlich erhöht ist. Zw^i sehr sorgfältig ausgearbeitete Indices (28 Seiten) der Autoren und Werke, sowie der behandelten Realien beschließen die verdienstliche, in der bekannten Druckerei von Drugulin in Leipzig auch äußerlich sehr schön ausgestattete Arbeit des Verfassers, die auf dem in Be״־ tracht kommenden Gebiete wohl unentbehrliches Standard work bleiben wird. Schließlich sei noch auf einige Unrichtigkeiten hingewiese» die uns bei der Lektüre des Buches aufgefallen sind. P. XV. Anm. 14 erzählt uns der Verfasser Steinschneider habe selbst die allegorischen Interpretationen der Bibel als Parodieen auf״ gefaßt. An der Stelle aber, auf die sich der Verfasser beruft (Monatsschrift 1902, S. 179) sagt Steinschneider gewissermaßen bloß im Scherze, daß die Allegorie eine »umgekehrte Parodie« sei, was der Verfasser mißverstanden. Das Werkchen אורה ושמחה legt der Verfasser (p. XXI) ohne weiters Moses [Aron Raliamim] Piazza bei was der Zeit nach wohl passen dürfte (Vergl. Mortara -מזכדו! חכמי איטליה p. 49). Seine Quelle ist wohl Roest (Katalog Rosenthal S. 932), der in einigen Gedichten jenes Sammelwerkchens das Akrostichon Piazza’s gefunden haben will. Die Sache ist aber nicht so sicher denn der Sammler zeichnet sich נאמ״ן (siehe Benjacob Thesaurus S. 29 Num. 574) und die Bedeutung des Endenuns ist noch keineswegs erklärt. Zedner (p. 595) gibt die Abkürzung durch »Mose Aaaron [Foa?]« wieder. Van Biema (H. B. XVIII, S. VI) und Steinschneider (Letterbode VII, 4) bezweifeln die Richtigkeit dieser Auflösung. In Monatsschrift 1902, S. 179 Anm, 1., 180, Anm. 1 und besonders S. 275 f, hat Steinschneider die Angabe Zedner’s wieder adoptiert, weil verschiedene Stücke des genannten Werkes das Akrostichon .מ+ &♦ גו