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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 367

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 367 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 367 mit Sicherheit in die Kategorie der Parodien gehören. Zuweilen zieht x allerdings auch solche Schriften heran, die als Ganzes keine eigentlichen Parodieen sind, vielmehr in die allgemeine Klasse der Scherzliteratur hineingehören. Dies geschieht jedoch nur wenn jene Schriften nach der Ansicht des Verfassers1) gewisse parodistische Elemente aufweisen. Das Buch behandelt somit die Geschichte der jüdischen Parodie von ihrem ersten Auftreten im 12. Jahrhundert2) bis auf die Gegenwart und bietet die erste den Gegenstand nach allen Seiten hin erschöpfende Arbeit auf diesem Gebiete. Es zerfällt in zwei Hauptteile, von denen der erste, History of Parody in Jewish Lite- Iure (bis p. 112), eine zusammenfassende Darstellung des Entwicktungsganges der jüdischen Parodie in den verschiedenen Ländern Europas und in Amerika, sowie Charakterisierungen des Inhalts der einzelnen Werke durch entsprechende Auszüge aus denselben in englischer Übersetzung enthält, während sich der zweite Teil, Studies in Jewish Parody (pp. 115—209), mit den literarhistorischen Problemen, die sich an einzelne Werke dieser Literatur knüpfen, eingehend beschäftigt. In diesem Teile ist von besonderem Werte der Abdruck zahlreicher Auszüge aus handschriftlichen Werken des Mittelalters, zum Teil ganzer Parodieen, die bis jetzt unbekannt waren. Hierbei stand dem Verfasser die reichhaltige Sammlung hebräischer Manuskripte des Jewish Theological Seminary in New-York (aus den Bibliotheken Halberstams und des Gerichtspräsidenten Mayer Sulzberger in Philadelphia) zu geböte, Facsimiles zweier dieser Manuskripte sind dem Werke (am Anfang und hinter p. 112) beigegeben. Hinsichtlich des ersten Teiles bemerken wir, daß der Verfasser den Parodieen Joseph Brill’s (zumeist im השחר Bd. VIII—XI) im Verhältnis zu den übrigen von ihm besprochenen Werken uagebührend viel Raum gewährt (pp. 88—96). Er fällt dabei ganz aus der Rolle eines objektiven Dar- 3) Manchmal scheint uns der Verfasser hierin zu weit zu gehen. Abr. Ibn Esra’s bekanntes Fiiegen-Gedicht (S. 3) gehört gar nicht hierher; ebensowenig die Stellen, auf die der Verfasser daselbst Anm. 12 verweist, Ankiänge an biblische Phrasen oder direkter Gebrauch derselben, selbst wenn sie witzig sind, sind noch keine Parodieen, denn es fehlt hierbei die Absicht des Parodierens. Vielmehr ist es ein bloßes Verwerten des biblischen Wortes für die jeweiligen Zwecke des Autors, das in der hebr. Literatur unter allen Umständen üblich ist. *) Einige Spuren der Parodie zeigt der Verfasser (S. 2. A. 10) schon im jerusalemischen Talmud aut.

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