Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Vorarbeiten zur "Germania Judaica" II.
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 7)
- Language
- German
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350 Vorarbeiten zur »Germania judaica.« II, aus dem 15. Jahrhundert hatte dieser »Judengarten« ein Privilegium vom König Ottokar 11. aus dem Jahre 1254 oder 125549). Sein Ursprung wird sicher viel weiter in die Vergangenheit zurückgehen und dürfte wohl der älteste jüdische Friedhof in Prag gewesen sein50). Des Altstädter Friedhofes geschieht in der Bestätigungsurkunde von 1410 noch keine Erwähnung. Er wird daher wohl erst später entstanden sein. Von den auf ihm befindlichen erhaltenen Grabsteinen reicht der älteste nicht weiter zurück als bis zum Jahre 143951). In den hebräischen Quellen erscheint Prag seit dem 11. Jahrhundert, zum ersten Mal im Sefer ha-Dinim des R. Jehuda ha-Kohen, eines Zeitgenossen, vielleicht auch Schülers des R. Gerschom, wo ein gefangener jüdischer Knabe aus der Stadt פוימיט, wohl Przmysl in Galizien, nach Prag zum Kauf gebracht wird52). Auch in den Responsen der Weisen Frankreichs und Lothringens befindet sich eine Anfrage aus Prag in Angelegenheit der weiblichen monatliehen Absonderung. Die Anfrage ist vermutlich an Salomo b. Simson, einen Zeitgenossen Raschis, in Worms gerichtet58). In einer weitern Anfrage aus Prag wird nach Mitteilung des Isaak Or-Sarua schon »in den alten Zeiten«54) dem Mose b. Jekutiel ein schwieriger, das Schlachten betreffender Fall zur Entscheidung vorgelegt. Es ist ohne Zweifel der aus den Jahren 1090 und 1096 bekannte Gemeinde- Vorsteher von Speyer, der auch als Gelehrter ein großes Ansehen genoß55). ln diesem Zeitraum lebten in Prag : 1. R. Isaak b. Jakob ha-Laban56). Er war ein Bruder des Reisenden Petachja, ein andrer Bruder von ihm hieß R. Menahem57). Er lebte in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Prag, wo ihn Isaak b. Dorbelo, ein Schüler des R. Tarn besuchte58). Er wird auch nach Böhmen genannt59). Eine Zeit lang wirkte er in Regensbürg zusammen mit R. Baruch b. Isaak und R. Abraham