Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Vorarbeiten zur "Germania Judaica" II.
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 6)
- Language
- German
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Vorarbeiten zur »Germania judaica.« II. 349 äußerst dürftig und beginnt erst mit dem Jahre 1124. Zu diesem Jahre spricht der bald darauf verstorbene Cosmas zum erstenmal von einer Synagoge in Prag42). Die Erwähnung geschieht unter Umständen, die das Bestehen des Bethauses am Ende des 11. Jahrhunderts voraussetzen lassen43). Durch den Mönch von Sazawa erfahren wir, daß im Jahre 1142 eine Synagoge in Prag niedergebrannt worden ist, wohl bei der Belagerung durch den Fürsten Konrad von Mähren44), ln den hebräischen Quellen ist erst im 13. Jahrhundert von einem jüdischen Bethaus in dieser Stadt die Rede45). Da in der ältesten Zeit die Prager Juden schwerlich mehr als eine Synagoge hatten, und diese eine den Flammen zum Opfer fiel, so können die »Altschul« und die »Altneuschul« nicht weiter als bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurückreichen46). Welche von beiden die Nachfolgerin der im Jahre 1142 abgebrannten sein mag, läßt sich aus den Quellen nicht mehr feststellen. Die Bezeichnung »Altschul« und »Altneuschul« dürfte aber dafür sprechen, daß jene die ältere ist, und diese anfangs als die neue »Schul« gegolten, später jedoch nach Erbauung einer dritten Synagoge zum Unterschied von der neuesten den Namen »Altneuschul« angenommen hat47). Daß die Gemeinde bereits in der ältesten Zeit einen eignen Friedhof besessen hat, darf mit Sicherheit vorausgesetzt werden, wenn gleich bestimmte Nachrichten erst aus einer spätem Zeit stammen. Der älteste Friedhof, von dem wir sichere Kunde erhalten, lag in der Neustadt. Im Jahre 1410 bestätigt König Wenzel IV. den Juden der Prager Altstadt und des Königreichs Böhmen ihren Friedhof auf der Prager Neustadt und die dazu gehörigen Häuser mit allen Rechten, wie sie sie zur Zeit Karls IV., seines Vaters, besessen haben48). Unter dem Namen »Judengarten« wird dieser Neustädter Friedhof, zwischen der Brennten- und der Jungmanngasse gelegen, schon in den Jahren 1341 und 1343 in Urkunden erwähnt. Nach einer Nachricht