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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 324

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden in der tannäischen Zeit
Date
1909-01-01
Page
Seite 324 (sequence 22)
Language
German
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324 Jagd, Fischfaug und Bienenzucht bei den Juden. bereits bekannt. Die Römer haben die Falkenjagd nach Oppian1) folgendermaßen betrieben: »Der gefesselte Falke wurde auf einen Baumstumpf gestellt. Bei seinem Anblick duckten sich die Vögel aus Angst unter die Zweige und wagten wie Menschen, die auf ihrer Wanderung plötzlich einen Räuber vor sich sehen, sich nicht zu rühren, fest gebannt von dem Anblick des Raubvogels2 *). So konnte der Vogelsteller sich leicht ihrer bemächtigen«. Falls die Juden einst selbst die Falkenjagd ausübten, werden sie wahrscheinlich das eben beschriebene Verfahren eingeschlagen haben. Denn es ist nicht anzunehmen, daß sie den Falken auf das jagdbare Tier selbst stoßen ließen, weil der Falke ein Raubvogel ist, dessen Klauen nach talmudischer Anschauung in dem Körper des von ihm getroffenen Tieres Gift zurücklassen8). Dadurch wird aber die Lebenskraft des Tieres vermindert und deshalb sein Genuß nach dem Gesetze verpönt, selbst wenn es nach Vorschrift geschlachtet ist. Jagdreclit Die Angaben unserer Quellen über diesen Gegenstand sind dürftig. Außer der oben im Abschnitt »Bedeutung und Wertschätzung der Jagd« gegebenen Erklärung hat dies seinen Grund vielleicht auch darin, daß die Jagd nicht wichtig genug erschien, um ihretwegen viele Gesetze aufzustellen. Daß das Jagen jedem freistand4), ebenso wie im alten Italien5 *) »jeder an jeglicher Stelle frei Kappe (burga’) gelüftet; er wird freigelassen, schießt nach oben in die Krone der Palme und jagt die Vögel in das Netz, das samt seinem Inhalte dann von dem Jäger hemntergeholt wird.« 1) Ixeutica III, 5 ff. (Miller 103). 2) Vgl. hierzu BA. IV, 421: »Meine Knie, die in Banden geschlagen sind wie von einem Falken«. ף Chull. III, 1 u. b. Chull. 53 a. 4) T. b. kamma vni, 17: אבל צדין חיה ועוף מכל מקום ואין נמנעין; Maim., jad Chasakai! 1 § ,1 הלכות זכייה ומתנה. 5) Digesta, Buch 41, Tit. I, 1 (Momrnsen II, 487, 8). Vgl. v. Kaiser 6 u. ö.

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