Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Agada bei Philo
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 3)
- Language
- German
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2 $8 Agadä bei Philo. Schöpfung her bestehen, nur daß er in Folge des Diluviums und anderer Umwälzungen in Vergessenheit gekommen. Bemerkenswert ist auch hier das Zusammentreffen mit dem palästinensischen Midrasch, bei dem gleichfalls die Anschauung von einer Einsetzung des Sabbaths bereits vor der Gesetzgebung am Sinai besteht, vgl. Sanh. 56 b. Auch die palästinensisehe Agada greift den Gedanken von einem sichtbaren Zeichen für den Sabbath auf, wie es bei Gelegenheit des Mannas gegeben worden sei, nur daß von dem palästinensischen Lehrer in besonders geistreicher Weise dieses aus dem Ausdruck ראו, Ex. 16, 29, wo man דעו erwartet, erschlossen wird. Schern, rabb. P. 25: לא היה צריך לומר אלא דעו מהו ראו אלא כך אמר הקנ׳יה אס יבאו אומות העולם ויאמרו לכם למה אתם עושים את השבת בז׳ אמרו להם ראו שאין המן יורד בשבת. Hier erscheint auch das bekannt, daß der Sabbat auf den siebenten Tag der Woche fällt; nur ist ein sichtbares Zeichen dem Volke bis dahin nicht gegeben worden, daß sie darauf bei gesetzesfeindlichen Angriffen von Nichtjuden hätten hinweisen können. Nur im Vorbeigehen sei darauf hingewiesen, daß in diesem Midrasch die Quelle der aus den Sabbathgesängen her bekannten Legende vom סמבטיון zu erblicken sein dürfte. Die dabei gebrauchte Wendung אם יבאו אומות העולם אמרו להם macht den Eindruck, daß man bereits eine Waffe der Abwehr nötig gefunden in dem, ob in den Tagen der Sammlung des Midrasch bereits entbrannten oder bevorstehenden, seine Schatten voraussendenden Kirchenstreit, ob man länger mit den Juden gemeinsam den Ruhetag der Woche feiern oder dafür einen anderen Tag der Woche wählen solle. Das auf die Erzählung Exod. c. 19, 8 zurückgehende »Feuer des Gesetzes« Deut. 33, 2 und in der ausführlicheren Fassung daselbst c. 4, v. 36 »und seine Worte hast du mitten aus dein Feuer vernommen« deutet Philo agadisch auf dfe ׳Reinheit und Lauterkeit der Gotteslehre, die sie dem im Feuer geläuterten Golderze vergleichbar macht, de Decaiogo § 48. 49. Dieser Erklärung stellt er ebendaselbst eine