Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Leviticus XXVII im Lichte des Talmud
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 13)
- Language
- German
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Leviticus XXVII im Lichte des Talmud. 281 Aequivalenten, wie sich aus der Auffasung der Rabbinen ergibt, stets nur in einer Zuwendung zu Gunsten des Kultusetats bestand. Von ihrem Anfang an ist ihnen ihre Stellung in der Abgabengeschichte anzuweisen. Mit den Bestimmungen über die Aequivalente ist im Pentateuch ein Punkt berücksichtigt, der für die damalige Zeit und Verhältnisse von nicht geringer Bedeutung war. Denn die erste, vielleicht die höchste Stellung im religiösen Leben des biblischen Altertums nahm das Heiligtum ein, dessen hohen Wert und hohe Bedeutung schon die vielen Benennungen dafür kennzeichnen. War es doch die Kultus-' Stätte, aus deren Mitte die Satzungen und Lebensverordnungen, die sämtlich im Leviticus Ausdruck fanden, hervorgegangen sind. Gott offenbarte sie Mose nach seiner Verheißung (Ex. 25, 22), nachdem er in einer Wolke in die aufgerichtete Stiftshütte eingezogen war. Während abet z. B. der Unterhalt der Priester und Leviten und des Opferkultus bereits aufs Ausführlichste angegeben war, ist nirgends zu ersehen, aus welcher Quelle die Mittel zur Erhaltung des Heiligtums, »des Hauses des Ewigen«, geschöpft wurden. Im Leviticus wäre gerade die geeignete Stelle dafür, zumal er fast alle Kultusangelegenheiten behandelte. Nach den Rabbinen gibt er auch Aufschluß darüber. Die Bestimmungen über die Aequivalente sind es, die diesem Zwecke dienen sollen1). Das »sich Gott weihen« und die darauf folgende Schätzung sind nichts anderes als Mittel zum Zwecke der Einnahmen für die Erhaltung des Heiligtums, in späterer Zeit des Tempels. Dieser Modus der Aufbringung von Einkünften wurzelt *) Der Abschnitt Exod, 30, 11—16 handelt nur von einer für die Bedürfnisse des laufenden Gottesdienstes (vgL dort den Ausdruck rnä^), nicht aber für die Erhaltung des Heiligtums (בדק הבית) zu verwendenden Abgabe, wie viele atinehmen zu müssen glaubten. Vgl. Wellhausen, Jahrb. f. deutsche Theologie, XXII, S. 418; Dillmann, Ex.-Lev. S. 319.