Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Leviticus XXVII im Lichte des Talmud
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 7)
- Language
- German
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Leviticus XXVII im Lichte des Talmud. 275 es freilich nicht der Angabe der Genüsse oder Annehmlichkeiten, welche man sich zu versagen gelobt; hat sich jemand als Nasiräer geweiht, so ist schon damit eine Absonderung von gewissen Genüssen verbunden1). Beim אסר dagegen ist stets hervorzuheben, welche Entbehrung der Gelobende auf sich genommen hat Issar wird nicht selten auch in Form eines Schwurs geäussert. So läßt Saul seine Krieger unter Selbstverfiuchungen schwören, nichts zu essen, bis die Feinde vollständig vernichtet sind (I. Sam. 14, 24). Hierher soll auch die merkwürdige Stelle Ps. 132, 3 gehören2 * * * * *), wo der Eifer Davids, Gott eine Wohnung zu verschaffen, mit dichterischer Feinheit so geschildert wird, daß er schwört, nicht eher sein Haus zu betreten, sein Lager zu besteigen und sich Schlaf zu gönnen, als bis er sein Ziel erreicht habe8). Enthaltungsgelübden handeln und vorzüglich von solchen, welche den Verzicht auf Verehelichung und auf ehelichen Umgang für eine bestimmte Zeit betreffen, hat Nowack (Lehrbuch d. hebr. Archäologie, Bd. II, Leipzig 1894, p. 264, Anm. 1) bereits als nicht stichhaltig widerlegt. 1) Nach dem Talm. bedeutet נזר nichts anderes als »Absonde־ rurig«. Vgl. Sifra zu Emor, K. 3, Par. 4 (mit Bezug auf וינזרו, Lev. 22, 2): אין נזירה אלא הפרשה; Jaikut I, 181 nach einer für diese Bedeutung angeführten Reihe von Zitaten schließt: ד,א אי] נזירות בכל מקום אלא פרישה♦ Über das Verhältnis des hebr. נזר und נדר zum arab.^üu oder ^Xi s. Lewy, Neuhebr. u. chald. Wb. s. v. נדר und Fleischers Nachtrag daselbst. Nach Wellhausen (Skizzen und Vorarbeiten, III, p. 117 f.) wäre es gewaltsame Willkür, wollte man zwischen und נזר trennen, um so mehr, da nach der Regel נזר, und nicht נדר, das echt hebräische Aequivalent für^uXi ist. 2) Vgl. Buhl, Gelübde im A. T. in Herzogs Realencycl., Bd. VI, p. 486. 8) Robertson Smith, Lectures on the Religion of the Semites, 1889, p. 314, bringt die Weigerung Urijas, bei seinem Weibe zu sein, so lange die *Lade* Gottes im freien Felde weilte (II Sam. 11, 9 f.), hiermit in Verbindung, wonach man annehmen könnte, daß 18*