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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 274

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
Leviticus XXVII im Lichte des Talmud
Date
1909-01-01
Page
Seite 274 (sequence 6)
Language
German
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274 Leviticus XXVII im Lichte des Talmud. war, verlangt das Gesetz eine unbedingte und unveränderte Erfüllung und droht Gottesstrafe an für den Fall der Nichterfüllung1). Doch trotzdem das Geloben von der Gesetzgebung von vornherein nicht erwünscht war, so blieb es doch, so groß die Verordnung auch war, und so verhängnisvoll es auch manchmal werden konnte, im allgemeinen Gebrauch. Der althergebrachte Glaube, die Gottheit durch gewisse Leistungen für sich günstig stimmen zu können, und das feste Bewußtsein der Abhängigkeit von der göttliehen Macht führten zu allerlei Arten von Gelobungen. Wie tief diese Anschauung zu allen Zeiten in das Bewußtsein des Volkes eingedrungen war, und wie das Gelübde gewissenhaft auch in den schweren und tragischen Fällen gehalten wurde, beweisen ja viele Stellen der heiligen Schrift. Das Geloben trat in vielfachen Formen auf, die man allgemein in zwei Kategorieen einteilt, positiver und negativer Natur. Während die positiven Gelübde sich auf irgend eine Gabe beziehen, die der Mensch in Zeiten der Gefahr oder bei Unternehmungen vom zweifelhaften Ausgang oder in dem lebhaften Verlangen nach Erfüllung eines Herzens- Wunsches, Gott zu bringen gelobt2), sind die negativen, die der Entsagung und Enthaltsamkeit, bis zur Erreichung eines Zieles in einem bestimmten oder unbestimmten Zeitpunkt auf verschiedene, sonst erlaubte Genüsse und Annehmlichkeiten zu verzichten, mehr der Ausfluß höchster Liebe zu Gott, die Bereitschaft zur Selbstaufopferung. Am prägnantesten trat das Nasiräat auf, das in den meisten Fällen aus reiner Gottesverehrung, dem wesentlichen Grundzuge dieses Instituts, entstanden ist. Nicht minder vertreten ist das negative Gelübde im Issar3). Beim Nasiräat bedarf!) Dtn. a. a. O.; Num. 30, 3. *) Gen. 28, 20 ff.; Jdc. 11, 30; I Sam. 1, 11; II Sam- 15, 8. s) אפור von אסר »verbinden«, wie Targ. u. Taim. es auffassen. Sifra zu Num. 30, 3: לאסר אסר — לאסור את המותר. Die Riehmsche Behauptung (Handw. d. bibl. Alt., S. 498), daß Num. 30 nur von

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