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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 271

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
Leviticus XXVII im Lichte des Talmud
Date
1909-01-01
Page
Seite 271 (sequence 3)
Language
German
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Leviticus XXVII im Liebte des Talmud. 271 überlieferten Sinne nach zu erörtern und darauf ihre Anschauung zu begründen. Stets betonten sie aber in solchen Fällen, daß die begründete Anschauung die ihrige seiL). Wenn also manches Gesetz oder manche Einrichtung die an Ort und Stelle keinen Aufschluß über ihr Wesen geben und erst bei den Rabbinen einen Sinn oder einen an ihrem Ent- und Bestehen triftigen Grund gewinnen, so ist daraus keineswegs zu schließen, daß diese Deutung von ihnen neu geschaffen worden sei. Vielmehr ist anzunehmen, daß der ursprüngliche Sinn, auf dem das Gesetz basierte, dem Volke wohl bekannt war, von ihnen hier zum ersten Male zum Ausdruck gebracht und festgelegt wurde, um ihn für die Folge unverändert erhalten zu wissen. Eine der dunklen Stellen des Pentateuchs, deren Aufklärung erst in den rabbinischen Diskussionen zu finden ist, hat der Traktat Arachin zum Gegenstand. In ihm kommen die Bestimmungen des letzten Kapitels des Leviticus zur Erörterung. Während man geneigt wäre, diesen Bestimmungen nach ihrem Wortlaut im Pentateuch verschiedene Deutungen und Wendungen unterzulegen, können sie nach der talmudischen Auffassung nur auf eine Institution hindeuten, die im Kultusleben des israelitischen Volkes bis auf die Zeit l) Das von den Rabbinen in vereinzelten Fällen geübte Verfahren einige von ihnen verfaßte Halachoth Mose zuzuschreiben (הלכה למשה מסיני), obgleich sie in der Schrift nicht vorhanden und erwähnt waren, geschah nur aus dem Grunde, um das Volk zu verpflichten, sie zu respektieren und um jeglichen Zweifel an ihrer Echtheit zu beseitigen. Cf. Weiß, a. a. O. S. 10. Diesen von ihnen eingeschlagenen Weg geben die Rabbinen selber zu und suchen ihn auf exegetische Weise zu rechtfertigen. Vgl. b. Keritfoth 13 b: אשי דבר ד,״ זו הלכה ביד משה זה גמר» (Statt «גמר haben manche Ausgg. an dieser Stelle תלמוד) »Was Gott geredet« (Lev. X, 11) — das ist die Halacha (die sich mündlich durch die Tradition erhalten hat). »Durch. Mose« — das ist die Gemara oder der Talmud (d. h. die rabb. Satzungen, die durch Diskussionen entstanden sind). Vgl. j. Pea II, 6; j. Chagiga I: אם באת הלכה תחת ידיך ואין אתה יודע מה טיבה »ל תסליגנה לדבר אחר .שהרי במד, הלכות נאמרו למשה בסיני ובולד,ן משוקעות במשנה

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