Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829819-2829823-2889117--36993-2889154- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
264 Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV, bis XIX. Jahrh. dass sie die .einfältige Bauern bald in ihr Garn lo.c^cen, und sie auf alle mögliche Art aussaugen und bedrucken, welches auch schw;ehrlich zu verhindern ist, weil die An! sialten zur beständigen guter! und genauen Aufsicht auf dem^ Lande sich, nicht so bequem wie in den Städten machen lassen.« Man dürfe die Juden ,nicht zu sehr sich einnisten und vermehren lassen, wie dies in Hessen .geschehg. Ihre »Aufnahme und Verheurathung.<< sei. ein?uschränken״ Zur Beobachtung der ihnen wider Wucher und Betrügerei vorgeschriebenen Gesetze seien sie unter sehr genauer Aufsicht zu halten, denn es könne nicht wohl in Abrede gestellt werden und sei apch ganz natürlich, daß sie zu? Beidern »fast alle geneigt« seien. Alje. Juden ernährten sich vom Handel, denn abgesehen von den. Petschierstechern, ,Optische Gläser-, Djamant7 und Steinschleifern, Gold- und Silberstickern und dergleichen Gewerbsleuten seien wohl nur wenige, die eine Profession trieben, von der allein sie lebten. Von Jugend auf würden sie zum Handel erzogen und »da sie gemeiniglich Wiz und Verstand« hätten, so lernten §ie »die Vörtelger bei dem Handel gar bald.? Wie die christlichen Handelsleute hätten sie den Grundsatz angenommen : »vom Profit muss der Mensch l}ehen.« Nur »daß die Juden von diesepi Profit allzu ausgedehnte Begriffe« hätten, »wie wohl auch viele Christliche Krämer« ihnen hierin.nichts nachgäben; »denn der Handel ist schon an sich selbst eine gefährliche Klippe, woran die Redlichkeit leicht Schiffbruch leiden kann.« Da nun alle Juden handelten, alle aber durch die Gewinnsucht geleitet würden, so müsse es der Polizei natürlicherweise weit größere Mühe machen, eine große Menge Juden in den Schranken zu halten, als eine ganz mäßige Anzahl. Nun sei zwar nicht zu leugnen, daß sie, nach ihren gottesdienstlichen und sittlichen Begriffen, durch ihr Heiraten nicht wenig zur Bevölkerung beitrügen. »Allein soll dann der Staat dergestalt mit Judenfamilien angefüllt werden, daß