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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 258

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
Date
1909-01-01
Page
Seite 258 (sequence 2)
Language
German
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258 Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrh. »Von dem Religionsstolze« überschrieben ist, heißt es von den Juden: »Heute noch nehmen sie einem Christen keinen Wein ab, aus Furcht, die Mängel und Gebrechen der Christen möchten sich mit ihrem Wein in die Hebräische Reinigkeit ergiessen«1). Nun war Zimmermann zwar von der innigen Ueberzeugung erfüllt, »daß man seiner Religion getreu« sein könne, »ohne sich eben zu verwundern, daß andere der ihrigen auch getreu sind; daß nichts die Gemüter so sehr vereiniget, als wenn jeder frey ist zu denken, was er will;« . . . »daß wir beyderseits Kinder eines Vaters, und alle Erben seiner Verheissungen sind, wenn wir glauben was wir können, und leben wie er es verlangt; und daß die Tugend mit dem Rosenkränze in der Hand eben so Hebenswürdig ist, als die Tugend dessen, der Jahraus Jahrein Fleisch speiset«2). Aber er spricht in dem Kapitel der »Betrach־ tungen über einige Vortheile und Nachtheile des Nationalstolzes, der sich auf wahre Vorzüge beziehet« Falsches indem er sagt: »Die Juden des alten Testaments waren ihrem Vaterlande so sehr ergeben, daß sie die Pflichten der Menschlichkeit gegen Fremde nicht ausübten«. Hatte nicht schon Luther in seiner Bibelübersetzung das Gebot Gottes (im 2. Buche Mosis, im 20. Kapitel) richtig wiedergegeben? : »aber am siebenden tage ist der Sabbath des HErrn deines Gottes, da soltu kein werck thun, noch dein son,... noch dein vieh, noch dein fremdlinger der in deinen thoren ist« Und (im 24. Kapitel des 5. Buches): »Du solt das Recht des frembdlingen vnd des waisen nicht beugen, . . . Wenn du deine ölebavm hast geschüttelt, so soltu nicht nachschütteln, es sol des frembdlingen, des waisen, vnnd der witwen sein«. Wie verächtlich aber das ungebildete Volk in den deutschsprachlichen Ländern auf die Juden blickte, hat Zimmermann mit den unerbittlichen Worten bekundet: »Der Pöbel unter den Christen siehet in den Juden ohne Ausnahme ein Volk, ף s. 88. 2) S. 164-165.

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