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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 254 (sequence 4)
Language
German
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254 Besprechungen. fasser entwirft. Der Raum verbietet größere Ausführlichkeit. Nur eines möchten wir hervorheben. Wir stimmen Sch. darin bei, daß Sirach zu metaphysischer Spekulation wenig geneigt scheint. Aber, daß er die Frage nach der Wiederbelebung der Toten in negativem Sinne beantwortet haben würde, ist nicht anzunehmen, da er wenigstens an einer Stelle deutlich vom Feuer in der Unterwelt spricht (2S, 21. 22), mit dem er den Schaden einer bösen Zunge vergleicht. »Über Fromme hat sie keine Gewalt, sie brennen nicht in ihrem Feuer«. Es fehlte das tertium comparaiionis, wenn der Redende nicht an Höllenfeuer glaubte, also auch an Unsterblichkeit. Auch die vom Verfasser nachgewiesenen Anklänge an אבות גבורות וקדשות könnten dafür sprechen. Solchen Glauben setzt Sirach, wie alle Schriften der Bibel, voraus, übrigens auch, was Sch. nicht erwähnt, auffallenderweise die Erbsünde (25, 24): »Vom Weib ist der Anfang der Sünde; durch sie sterben wir alle.« — So zeigt uns der Verfasser die einzige zeitgenossische Quelle jener interessanten Zeit der von mancher Seite in ihrer Existenz bezweifelten Wirksamkeit der großen Synagoge und der דברי סופרים (vgl. oben ׳.(חכמת סופר Daß wir nunmehr fast mehr als die Hälfte des verlorenen Originals wieder haben, ist sein unbestreitbares Verdienst. — In dem Aufsatz über Studium des Talmud weist er die zahlreichen Aufschlüsse nach, die die Forscher über viele Fragen des N. T. erhalten könnten, obwohl über die Person des Stifters der christlichen Religion in dieser jüdischen Überlieferung seiner Zeit nicht eine Spur zu entdecken ist. Aber die midraschische Behandlung von Bibelstellen, der Ursprung einer Anzahl von Institutionen, wie Taufe u. dgl., die Vorstellungen vom Heiligen Geist, von seiner Erscheinung in Gestalt einer Taube u. a. finden ihre Analogie im Talmud. Interessant ist besonders die Zusammenstellung des Ausdrucks »Ihr habt gehört« oder »euch ist gesagt worden« mit der Formel שומע אני־־־תלמוד לומר oder יכול־תלמוד לומר. Im »Tagebuch einer Jüdin« behandelt der Verfasser die Auf- Zeichnungen der bekannten Glückei von Hameln nicht ohne manchen Seitenblick auf die Gegenwart: »Diese Memoiren haben auch ein gewisses theologisches Interesse, das nicht unbeachtet bleiben darf. Dies Interesse dürfte vielleicht um so größer sein, da wir in einer Zeit leben, in der es der Unwissenheit gelungen ist, die Welt glauben zu machen, daß nur durch die Einführung des heiligen Brauches der Konfirmation jüdische Frauen unter den Einfluß der Synagoge gebracht werden können.« Vier Briefe an die Juden Englands wenden sich gegen den Mißbrauch von Schlagwörtern, die seiner Ansicht nach das echte Judentum verwässern und verflachen. »Seien wir Juden jüdischen Glaubens«; die Mission des Judentums ist es, »daß die ganze Welt zur jüdischen

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