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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 253 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 253 Zeit Sirachs. In einem vorhergehenden Artikel »Das Studium der Bibel« hat er seinen skeptischen Standpunkt gegenüber dem blinden Glauben an die Ergebnisse der neuesten Bibeikritik unter anderem auch damit begründet, daß dem Verfasser des Sirachbuchs, das in seinem Stil die klassische hebräische Literatur zum Vorbilde hat, so ziemlich der ganze Kanon vorlag, und daß besonders die Annahme makkabäiscber Psalmen einem aufmerksamen Leser Sirachs widersinnig erscheinen muß. ln diesem Aufsatze nun stellt er fest, daß zur Zeit des Sirach Sprache, Sitten und Gewohnheiten im großen und ganzen der Zeit derMischnah entsprechen. Die künstlich konstruierte Eifersucht zwischen Tempel und Synagoge wird auf das wahre Verhältnis zurückgeführt; ebenso die Aufbauschung der Spannung zwischen dem Hause Davids und dem Ahrons. Nur daß das Beth ha-Midrasch, das schon im Sirach genannt und als Sitz des Studiums bezeichnet wird, demokratischer eingerichtet ist, insofern es keine Prärogative der Geburt kennt. In ihn! ist ein fruchtbares Feld für die Tätigkeit der Sopherim und der Weisen. Freilich scheint, das hätte Sch. hinzufügen können, Sirach sich ablehnend gegen die Aufnahme von Mitgliedern des Gewerbestandes in diesen Kreis verhalten zu haben. Nur so ist es zu erklären, daß er 38, 24 ff. zwei verschiedene Arten von Weisheit feststellt, die חכמת סופר (sic!) und die Weisheit des Berufslebens, des Bauern, Vieh- Züchters, Künstlers. Baumeisters, Siegelstechers, Schmieds, Töpfers, Büdners. Ohne sie kann keine Stadt gebaut werden, man kann darin nicht wohnen, noch umhergehen. Doch in der Versammlung können sie sich nicht übermäßig brüsten, auf dem Richterstuhl sitzen sie nicht, über die Ordnung des Gerichts denken sie nicht nach, können nicht Recht und Gerechtigkeit offenbaren und sind auch in Weisheftssprüchen nicht bewandert. Aber sie geben der Schöpfung dauernden Bestand und ihr Streben ist auf künstliche Arbeit gerichtet. (38, 32—34). Anders ist es mit dem, der seinen Geist auf die Erforschung des Gesetzes des Höchsten lenkt. Ein solcher erforscht die Weisheit aller Alten und beschäftigt sich mit den Prophezeiungen. Er studiert die Erzählungen namhafter Männer und dringt in den Sinn ihrer Weisheitssprüche (38. 34 b und 39, 1. 2). Diese Kluft hat sich bekanntlich früh geschlossen, und schon von älteren Lehrern der Mischna wissen wir, daß sie aus dem Handwerker- und Arbeiterstände hervorgegangen sind. Auch die anerkennenden Worte Sirachs für die Tätigkeit in den einzelnen Berufen scheinen zu zeigen, daß Sirach hier nur eine bestehende Tatsache zu erklären versucht, nicht, daß er diese Stände unterschätzt. Nur in dem Kaufmannsstande erblickt er Gefahren für die Sittlichkeit Darin begegneter sich mit Lehrern der Mischna, z. B. Hiliei: לא כל המרבד. בסחורה &חמם. — Es ist ein interessantes Bild der jüdischen Gesellschaft, das der Ver-

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