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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 249

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
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Besprechungen. 249 Traumorakel (de somn. I § 1 ff., II § 1 ff., vgl. Cic. de divin. I § 64). S. 54 ist mit den Worten »Keine Stelle der Schrift enthält nach Philo den Wortsinn allein« entschieden zu viel gesagt; in die 10 Gebote z. B. und in viele Gesetze dürfte es schwer sein einen allegorischen Sinn hineinzulegen. Nicht nur im ersten Teil des 2. Buches de vita Mosis wird, wie es ebenda heißt, keine allegorische Erklärung angeführt, sondern auch im ersten Buche kommt, abgesehen von der Deutung des Dornbusches, eine solche höchst selten vor. S. 110: Wie Philo sich die Ableitung von Cherubim dachte, ist sehr ungewiß. S. 112: Die Behauptung, daß Philo nach bestimmten grammatischen Regeln das Hebräische behandelt habe und daher eine gewisse Kenntnis dieser Sprache bei ihm angenommen werden müsse, läßt sich aus den angeführten hebräischen Etymologien nicht rechtfertigen; die vielen krassen Mißverständnisse machen es im Gegenteil sehr wahrscheinlich, daß Philo nicht Hebräisch verstanden hat. S. 118 ist die Polemik gegen Philo, als habe er sich bei der Unter- Scheidung־ einer Schöpfung des Idealmenschen und. des wirklichen ersten Menschen selbst widersprochen, durchaus unberechtigt. Philo sagt nur, daß in der Bibel selbst eine doppelte Schöpfung des Mensehen angedeutet sei, in Gen. 1, 27 die des Idealmenschen, in Gen. 2, 7 die des wirklichen ersten Menschen; aber selbstverständlich meint er nicht, daß der Idealmensch am 6. Tage geschaffen wurde; wenn das der Fall wäre, so müßten wir ihm auch die Meinung zutrauen, daß die Schöpfung des wirklichen Menschen erst nach Vollendung des Schöpfungswerks und nach Einsetzung des Sabbats erfolgt sei. Philo sagt ja de opif. mundi § 15, 16 ausdrücklich, daß der erste Tag die Schöpfung der Idealwelt (also auch des Idealmenschen) enthält. Der Widerspruch, den ihm der Verf. nachweisen will, ist damit gegenstandslos. Dasselbe gilt von dem S. 156 angeführten Widerspruch, den der Verf. nur dadurch konstruiert, daß er in den Worten »Gott habe den Menschen deshalb ideell nach den Tieren und Pflanzen erschaffen«, das Wörtchen »ideell« de süö hinzufügt. S. 124: Die Vermutung, daß Philo in der Auslegung der Gesetze von der Praxis des alexandrinischen Gerichtshofes sich leiten ließ, roht auf sehr unsicherer Grundlage; wir wissen von dem alexandrinischen Gerichtshof so gut wie nichts. S. 127: In den Worten des Justin »Gott bleibt an seinem Orte« (sv t?) ocutou y&?°£ kann ich eine Anlehnung an Philos Deutung von 05סד0זך (Ort) auf Gott oder auf den Logos nicht sehen. S. 132: »Das Wort zupto^, als von KpotTSftv abzuleiten, hält er für einen Hinweis auf die königliche Kraft Gottes«. Diese wunderliche Ableitung rührt nicht etv^a von Philo her, sie ist Eigentum des Verf. S. 135 ist von einem Gegensatz zwischen

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