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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 247

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 247 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 247 Justin, der Verfasser der Schrift De monarchia und der Verfasser der Cohortatio ad gentiles (S. 31) angehören. Auch die Annahme, daß der Verfasser des 4. Makkabäerbuches Philo gekannt und benutzt hat, kann ich nicht für richtig halten. Die Verse 2, 21 — 23 (als Gott den Menschen schuf, pflanzte er ihm seine schlechten und guten Triebe ein und setzte über alle den Verstand) sollen nämlich eine allegorische Erklärung der Erzählung vom Paradiese enthalten, die aus Philo.״ stamme. Ich kann in den Worten keine Allegorie und darum auch keine Beziehung zu Philo finden. Das Wort ׳rcsp&s<p0Trsu<7sv ist hier ähnlich gebraucht, wie 1, 23 und 28 Lust und Schmerz zwei »Pflanzen« des Leibes und der Seele genannt werden. Mit der Phiionischen Allegorisierung der Paradieseserzählung hat die Stelle nichts zu schaffen. Die neutestamentlichen Schriften hat der Verfasser von seiner Darstellung ausgeschlossen, mit Recht; bei keiner von ihnen, auch nicht bei Paulus und im Hebräerbrief, wo bereits symbolische und typologisehe Deutungen von Bibelstellen Vorkommen, ist eine direkte Einwirkung Philos nachweisbar. Es kommen daher nach dem Verf. hauptsächlich nur in Betracht der Barnabasbrief, Justin, die pseudojustinische Cohortatio ad gentiles und Clemens von Alexandrien. Irenaeus von Lyon berührt sich mit Barnabas und Justin und scheint beide benutzt zu haben, Philo aber hat er wohl nicht gekannt. Auch von Theophilus von Antiochia, der die allegorische Erklärung überhaupt selten .anwendet, bestreitet der Verfasser direkte Bekanntschaft mit Philos Werken. Entgangen ist ihm aber die Stelle ad AutoL II 15: »Am vielen Tage wurden die großen Lichter geschaffen, weil Gott im voraus das Gerede törichter Philosophen kannte, die sagen würden, alles Wachstum auf Erden rühre von den Elementen her, um nämlich Gott ganz abzusetzen; damit nun die Wahrheit erhelle, wurden die Pflanzen und die Saaten früher geschaffen als die Elemente, denn das später Entstandene kann nicht das vor ihnen Gewordene hervorbringen«. Diese Erklärung stimmt auffallend mit der von Philo de opif. mundi § 45, 46 gegebenen überein. Die andern Apologeten kommen überhaupt nicht in Frage. Im Barnabasbriefe ist die Methode Philos, überall in der Bibel neben dem Wort sinn einen allegorischen Sinn aufzufinden, auf die Spitze getrieben: er verwirft auch bei den Gesetzen den Literalsinn ganz und will alles nur symbolisch, »in geistigem« Sinne (sv 7?vsu|/.(y/a) -verstehen. Daraus kann man zwar den Schluß ziehen, daß der Verfasser des Baruabasbriefes »von der jüdischalexaridrinischen Schriftauslegung beeinflußt ist« (S. 36), daß er aber Philo selbst gekannt hat, scheint mir doch sehr zweifelhaft. Keine einzige der vom Veti. angeführten Stellen ist für eine Bekanntschaft mit Schriften des jüdischen Philosophen beweiskräftig. So bleiben

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