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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 242

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 242 (sequence 9)
Language
German
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242. Besprechungen. 3 c h1ieß1ich zur Au fheb ung d es Gesetzes geführthat. . Es verrät aber durchaus keine Engherzigkeit, wenn z. B. der Chassid unter den Pharisäern, Rabbi Jehuda, sagt: »Wer fromm sein will, erfülle die Pflichten von Mein und Dein« (Kidd. 33b, Sabb. 31b, 41a; Bab, k. 30a; Funk: Juden in Babyl. I., S. 134ff.), und daß er selber zur Zeit der Blüte des Mönchswesens die wahre Frömmigkeit in der edlen Tat erblickte (Sabb. 112b, Rosch h. 36a), und nicht im Gebete. Wissenschaftlich fest erscheinen F’s. wirklich hochinteressante Nachweisungen über die Sekte der Th erapeuten, Kainiten, M o a b i t e n und Ammoniten und insbesondere der Nazaräer. Jesus war nach F. ein Nazaräer =Noc‘(<opaTo?j d. h. er ging aus der Sekte der Nazaräer hervor, die mit den Minäern gleichbedeutend sind. Die nazaräische Bewegung ging von Johannes dem Täufer aus. Sie beginnt im Ost jordanlande und verbreitet sich von hier aus nach Judäa. »Weil Jesus unter den Nazaräern auftrat und ihnen sein Evan- ־ gelium verkündete, wurde er für einen der Ihrigen gehalten und allgemein der Nazaräer oder Naziräner genannt* (S. 137). Der Verfasser des zweiten Kapitels des Evangeliums nach Mathäus hat die Formel: Jesus von Nazareth eingeführt. In Nazareth habe er sich niederzulassen, »auf daß erfüllt werde, das da gesagt ist durch die Propheten : »Er soll Nazoraios'! heißen« (Mt. 2, 23.) F. löst dieses Rätsel, wie es scheint, mit Glück, indem er dieses Nazoraios auf נצר zurückführt, das in der prophetischen Verheißung (Jes. 11, 1) steht: לנצר משרשיו יפרה, welches Nezer der Name des Messias ist, der erwartet wird. Anstatt Nezer wird von den Propheten auch Zemach gebraucht. (Ies. 4, 2; Jer. 23, 5; Sach. 3, 8; 6, 12.) Da diese prophetischen Stellen auf Jesus bezogen wurden, bot die galiiäische Stadt Nazareth willkommen Gelegenheit, Jesus dort angesiedelt sein zu lassen. Auch der Talmud (Sanhedr. 43 a) kennt die Beziehung von Nezer auf Jesus; sie wird deshalb verpönt und dafür Zemach eingesetzt als Bezeichnung des messiainsctien Sprößiings aus dem Davidhause. — Die Erinnerung an die nazaräische Herkunft Jesu sollte durch die Zurückführung des Nazoraios auf Nazareth getilgt werden. Über die Sekte der Nazaräer handelt F. ausführlich und sehr instruktiv im Kapitel »Ein Christuskuh vor Jesus« und insbesondere S. 99 — 109. Hier wird besonders nachgewiesen, daß die Minim des Talmud mit den vorchristlichen Nazaräern identisch sind, und diese, nicht die späteren, christlichen auch in der Birkath ha-Minim gemeint seien. Das Ideal der nazarenischen Gemeinde Jesu war der Messias, das Reich Gottes. In dem Schlußkapitel »Synagoge und Kirche« (213—241) schildert F, mit packender Anschaulichkeit, die übrigens dem ganzen

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