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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 238

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 238 (sequence 5)
Language
German
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238 Besprechungen. Evangelium, indem er es mit einer schützenden Hülle umgab eng verhüllt. Das ist in gedrängter Kürze der Inhalt des Buches, wie ihn F. in seiner Einleitung (1—13) darstellt. Die Beweise dafür werden in dem Buche erbracht. Mit großer Gründlichkeit und auf breiter — manchmal zu breiter ״~ Basis. F. setzt in diesem Buche die Bekanntschaft mit den Ergebnissen seiner vorhergegangenen Werke voraus und nimmt die bisherigen Resultate seiner Forschung für sicher an. Es gelingt ihm aber nicht, zu beweisen, daß die Art der Sahbathfeier in der hellenischen Diaspora wirklich sich so wesentlich von der vielgelästerten, der pharisäischen Kreise unterschied. Es scheint doch, daß die »Erfahrenen« der Gemeinde, welche die Sabbathvorträge hielten, die als Philosophie bezeichnet wurden, keine anderen waren, als philosophisch gebildete »Pharisäer«, deren Predigt und Lehre sich eben aus den Elementen zusammensetzte, die ihre Kenntnisse der Überlieferung ausmachten; die »von den Vorfahren ererbte Philosophie« Philos kann wohl nichts anderes sein, als das philosophisch gedeutete Gesetz. — Wenn auch den Pharisäern der Sabbath als N a t i o n a 1 f e s t, daran der Nicht- Jude keinen Teil hat, erschienen wäre, während ihn der Hellenismus als ein Fest der gesamten Welt betrachtete und feierte, so läßt sich doch durch nichts erweisen, daß die Juden im Heimatlande die Sabbathruhe lediglich in der strengen Einhaltung von jeder körperlichen Arbeit erblickten und nicht vielmehr ganz so wie die Disporajuden als einen Tag der Seelenerhebung und Geistesbildung betrachteten und feierten. Das ist eine vollkommen willkürliche und ungerechtfertigte Annahme. »Der jüdische Hellenismus verlangt, daß der Mensch an diesem Tage nicht bloß von der strengen Arbeit ausrnhe, sondern ihn auch heilige« (S. 30.) Und das hätten die Pharisäer in Judäa nicht getan? — Was haben dann die Rabbiner aus dem Sabbathe gemacht? Etwa einen Tag des körperlichen Genießens und der Sinnenlust? Was heißt denn: »Rabbi Berechja im Namen des R. Chijja sagt: Die Sabbate sind nur zur Beschäftigung mit der Lehre da«. (Jerus. Sabb. XV). Wer sonst, als die pharisäischen Juden ältester und späterer Zeit hätte den Sabbath ausschließlich dem Gebete und dem Studium der Lehre, der beschaulichen Betrachtung und sittllchenBelehrunggeweiht! Was hieße denn das ליקדשדו und מקרב קדש und was bedeutete das bekannte חציל לה׳ לחציל לכם? Die ältesten Führer der Pharisäer waren niemals Chauvinisten; Rabbi Jochanan ben Sakkai stand an der Spitze der Friedenspartei; und der Amoräer Rabbi jehndah (Berach. 24b) meint; Das Studium der Lehre habe den fremden Boden Babyloniens geheiligt. (Kethubb.illa).Wenn Josephus und Philo einmütig be-

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