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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings
Date
1909-01-01
Page
Seite 232 (sequence 4)
Language
German
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232 Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings; noch gute Worte geben, wo man der Infamie laut ins Gesicht höhnen sollte! Endlich erschien sie. Die Zinsen wurden erlassen. So gehen die Geschäfte. Der Staat verliehrt immer. In London, sagte mir Israel Moses, sind wieder sechs Millionen Thaler angeliehen, um der Reichsbank aufzuhelfen. Ob es etwas ausrichten wird? Im Lande circuliren für 120 Millionen Papiere an Obligationen und Bankzettel. Damit wird entsetzlich Wucher getrieben, bey dem sich die Spiesgesellen in Copenhagen und Hamburg verstehen. — — Der König weiss es gewiß nicht. So sprach der Israeiite. Mösting, Jessen und Bülow wissen es wohl. Von der Elmshorner Gemeinde handelt Hennings auch Seite 199. Dort heißt es in einem Schreiben Hennings an den Chef der Justizverwaltung: An den Canzler Frh. von Brokdorf in Glückstadt. Rantzau, den 3. Feber 1824. Pokendorf in Elmshorn hat ein Haus ex concurso gekauft. Ein Pertinenz Stück des Hauses ist von dem Vorbesitzer an die Judengemeine verkauft und zu einer Synagoge eingerichtet. Die Jud en gern ein d e übernimmt einen Theil der Abgaben, der in dem errichteten Kauf Cantracte bestimmt worden. Jetzt verlangt Pokendorf eitlen größeren Beitrag zu den Abgaben als der Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu leisten schuldig zu sein glaubt. Darüber entsteht jetzt ein Proceß vor der Administration zu Rantzau1). «r . . Warum die ganz annuliirte Sache in prima instantia zum Obergerichte gezogen ist, kann ich mir nur dadurch erklären, daß Sachen eines Christen gegen einen Juden in Elmshorn allein zur Competenz des Obergerichtes gehören. In des bekannten Gastwirths Peter sen in Elmshorn Concurse trug der Israeiite Israel Isaac darauf an, daß er zum Curator der Masse bestellt werden möge. . . . Meine persönlichen Gesinnungen gegen die Juden oder Äusserungen, wie in der Schrift: Was glaubt der Jude? so wenig wie die Bedenklichkeiten unsres berühmten Schmidt Phiseldek, durfte ich nicht berücksichtigen, sondern blos das Interesse des Gläubiger. *) Wo er seit 1808 als Administrator der Landschaft wohnte, und wo auch 1814 sein Schwager Reimarus gestorben ist.

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