Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 3)
- Language
- German
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Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings. 231 Mit der Manchesterfabrikation sind hierzulande off Versuche gemacht worden, aber stets ohne Erfolg, weil die Schwierigkeit, Baum- Wollgarne in der erforderlichen Feinheit zu spinnen, Mangel an tüchtigen Färbern und andere Hindernisse im Wege standen, Diese Hindernisse sind nun behoben durch eine hinreichende Einfuhr ostindischen Baumwollgarns und durch die erwähnte Unterstützung zur Erlangung eines tauglichen Färbers, wodurch man dem Geschmack des Publikums entgegen zu kommen gesucht hat durch Waaren aus der eigenen Fabrikation des Landes. 3./8. wurde eine Forderung, welche die Strumpffabrikanten Wessely und Warburg gegen Admiral Graf Laurvig hatten, auf den Kommerzfond übertragen und aus diesem den Gläubigern ausbezahlt. 1776 26,/2. wurde dem Juden Joseph Mejer hier in der Stadt die Anlage einer Seidenflorfabrik bewilligt mit der Bedingung, daß die Fabrik binnen 9 Monaten in wirklichen Betrieb komme. 21./ll־ Die Errichtung einer neuen Seidenfabrik wurde dem Juden Hersehet Lewy bewilligt, zugleich mit einem offenen Kredit von 1500 Rth. gegen genügende Kaution im General Magazin-1) und ein don gratuit von 100 Rth. jährlich in 10 Jahren unter der Bedingung, beständig 6 Webstühle in gehörigem Betrieb zu erhalten. 1775 3./8. Ein Jude namens Hartwig Joseph erbot sich die in Fridericia schon seit langer Zeit verfallene Tuchfabrik aufzunehmea und zu betreiben und bekam dazu einen unverzinslichen Vorschuß von 2400 Rth,, die nach Verlauf von 10 Jahren successive zurückgezahlt werden sollen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß derartige Fabriken am wenigsten in Kopenhagen gedeihen konnten, ungeachtet sie ebenso große Unter- Stützungen wie andere Fabriken erhielten; es wurde daher nötig, ihre Anlage in anderen Städten zu befördern, welche durch billigere Lebensweise und andere Vorbedingungen für einen geringeren Preis der Waren ein besseres Gedeihen versprachen. Zu dem Kapitel jüdische Finanzgeschichte gehört auch die folgende Notiz: 208, Der Kaufmann Israel Moses in Elmshorn hat für seinen Sohn eine Anleihe bei dem zur Unterstützung der Grundbesitzer ausgesetzten Fond gemacht und die Obligation ausgestellt, nach deren Einsendung sogleich das Geld angewiesen werden sollte. Utn Weihnachten waren schon Zinsen fällig. Er hat mehrmals an das Geld erinnert. Am 12, Febr. 1820 war es noch nicht da, Da muß man *) Der »Commercfond« und das »Generaimagazin« waren staatliche Einrichtungen zur Hebung der Industrie.