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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 226

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 226 (sequence 28)
Language
German
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226 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos; Attribute der Macht, der Weisheit und des Willens erklärten1). Das könnte man an sich noch mit dem Glauben an die Einheit Gottes vereinbaren. Aber nach ihrer Lehre hat man sich die Attribute getrennt zu denken, wie sich z. B. der Sohn, der das Attribut der Weisheit darstellt, im Leibe der Mutter verkörperlicht haben soll. Das sei mit dem Glauben an die Einheit Gottes unvereinbar2 *). Höher noch als seine Polemik gegen das Christentum schlägt Duran selbst seine Polemik gegen den Islam an. Auf diesem Gebiete, sagt er, habe er keine Vorgänger gehabt, da sich die Früheren nur oberflächlich mit dem Islam beschäftigt hätten, weil sie einerseits den Einwürfen der islamitischen Theologen kein besonderes Gewicht beilegten, und weil es anderseits für die unter der Herrschaft der Muhammedaner lebenden Juden viel gefährlicher sei, mit diesen als mit den Christen zu disputieren8). Seine Kenntnis des Korans beschränkt sich allerdings nach seinem eigenen Geständnis nur auf einen Teil dieses Religionsbuches4), und die meisten seiner Zitate aus dem Koran und der Überlieferung sind zwei Abhandlungen des Averroes entnommen, die er irrtümlicher Weise dessen Großvater, dem Richter Averroes, zuschreibt5). Als einen Vorzug des Islams erkennt er es an, daß sich dieser im Gegensatz zum Christentum, das die Dreieinigkeit lehre, zu dem Glauben an die Einheit Gottes bekenne6). In diesem Punkte sei Muhammed der Lehre Jesu, den er doch für einen göttlichen Religfonsstifter halte, nicht gefolgt, weil zu seiner Zeit bereits die Philosophie des Aristoteles verbreitet gewesen sei, in der nicht nur die Existenz, sondern auch die Ein- , 1j Vgl. Crescas בטול, S. 14. Nach Saadja, Em. II, S. 46 wurde die Trinität auf das Wesen, das Leben und das Wissen Gottes bezogen. 2) K. M., S. 27 a. 3) K. M., S. 25 b. ף K. M., S. 23b. B) Steinschneider, Hebr. Übers., S. 278. «) K. M., S. 20 a, vgl. M. A., S. 4 b.

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