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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 227

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 227 (sequence 29)
Language
German
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Die Stellung des Simon Ouran in der jüd. Religionsphilos. 227 heit Gottes gelehrt werde. Von den ihm bekannten muhammedanischen Theologen seiner Zeit nahmen die meisten auch die Unkörperlichkeit Gottes an, die sich ja auch mit logischer Konsequenz aus der Einheit Gottes ergebe. Zu dieser Erkenntnis sejen sie aber nicht etwa durch den Koran geführt worden, in dem Gott Körperlichkeit und räumliche Ausdehnung beigelegt würden, sondern durch die wissenschaftlichen Argumente, die sie bei den Philosophen gefunden hätten1). Dagegen macht Daran dem Islam seine schwankende Stellung in betreff der Lehre von der Willensfreiheit2), seine sinnliche Auffassung von der jenseitigen Vergeltung3) und dann den Mangel an Gemeinverständlichkeit des Korans zum Vorwurf4}, Ein jedes religiöse Gesetzbuch, so äußert er sich über diesen letzten Punkt, hat den Zweck die Menschen von ihren falschen, mit ihrer menschlichen Bestimmung nicht im Einklang stehenden Anschauungen zu befreien und sie zu solchen Glaubenslehren anzuleiten, durch die sie der Gottheit näher kämen und die ewige Glückseligkeit erreichten. Einer solchen Anleitung aber bedarf ganz besonders die große, der Vernunfterkenntnis entbehrende Masse; deshalb muß das Religionsgesetz in einer schlichten, dem Verständnis des Volkes zugänglichen Sprache abgefaßt sein, zumal wenn es sich um ein so ungebildetes und der Vernunfterkenntnis unfähiges Volk handelt wie dasjenige, an welches der Koran gerichtet ist. Dieser Forderung aber hat der Koran so wenig genügt, daß selbst die Gelehrten, die sich ihr Leben lang um ein Verständnis dieses Buches abmühen, in Betreff seiner Lehren in die größte Verwirrung und in die unvereinbarsten Widersprüche geraten5). Im Übrigen spricht er dem Koran jede Origi- ף K. M, S. 20 a. ף IC. M., S. 22 a. 3) K. M., S. 23 a. 4) K. M., S. 23 ig. 6) K. M., S. 23 b. 15:

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