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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 223

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 223 (sequence 25)
Language
German
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Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. 223 und bezeugt damit, daß er von einem menschlichen Vater abzustammen glaube, und wenn er sich als Gottes Sohn bezeichnet, so tut er es in dem Sinne, in dem auch die Israeliten in der Schrift als Kinder Gottes bezeichnet werden. Er hielt sich für den Messias, der dazu gesandt sei. Israel zu erlösen, wie es die Propheten verkündet hätten1). Auch seine unmittelbaren Jünger hielten ihn für keinen Gott, sondern für den auserwähltesten der Menschen, den sie allerdings noch über Mose stellten, der in der Schrift als Knecht Gottes bezeichnet werde, während Jesu ein geliebter Sohn Gottes gewesen sei. Die später ersonnene und auf eine falsche Deutung von Jes. 7, 14 gestützte Behauptung, daß Jesus ohne Mitwirkung eines Mannes vom heiligen Geist erzeugt worden sei, ist einer im Altertum verbreiteten Anschauung entsprungen, nach der Frauen mitunter von den Göttern beschattet würden, wie ja auch Alexander, der Macedonier, aus einer Verbindung seiner Mutter mit dem Gotte Amon soll erzeugt worden sein2 3). Jesus war aber auch nicht der verheißene Messias. Die für die Messianität Jesu aus der Schrift und der Agada beigebrachten Beweise werden von Duran widerlegt, und unter Berufung auf Saadja zeigt er, daß die für die Zeit des Messias gegebenen Verheißungen, insbesondere die Wiedervereinigung der zerstreuten Israeliten, noch immer nicht erfüllt seien8). Durch das Christentum sei umgekehrt die Zerstreuung erst herbeigeführt worden4). Jesus hat auch nicht die nach der christlichen Lehre von der Erbsünde mit dem Fluch belastete Menschheit erlöst, denn, wie Nachmanides bemerkt, dauert der in Folge des Sündenfalls über den Menschen und die Schlange ausgesprochene Fluch noch fort, während sie sich auf die Erlösung von der Hölle berufen, was Niemand kon- ף K. M., S. 6 a. 2) K. M., S. 7 a. 3) M. A., S. 35 a. ף K. M., S. 7 b.

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