Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 24)
- Language
- German
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222 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. des1) ausdrücklich nennt, während er die gegen das Christentum gerichtete Streitschrift des Chasdai Crescas nicht benutzt zu haben scheint2). Lobend erkennt er es an, daß auch die Christen im Gegensatz zu den Peripate״ tikern und den in der talmudischen Zeit lebenden Minäern an die Göttlichkeit der Thora glauben3). Wenn sie aber behaupten, daß die Thora durch das Evangelium aufgehoben worden sei, so widerspricht dies der von ihrem Religians- Stifter selbst ausgesprochenen Versicherung, daß er nicht gekommen sei, die Thora und die Propheten aufzuheben, sondern sie zu befestigen, daß eher der Himmel und die Erde vergehen würden, als daß ein Jota oder Buchstabe vom Gesetz vergehen werde. Hat er doch seinen Jüngern sogar geboten, die Aussprüche der Schriftgelehrten und Pharisäer zu erfüllen, die auf dem Throne Moses säßen. Nach den Aussagen seiner Jünger ist er auch nicht wegen Gesetzesübertretung, sondern nur deshalb gerichtet worden, weil er sich als Messias und Gottes Sohn ausgegeben habe. Auch seine Jünger beobachteten noch streng das Gesetz und haben es nur den Heiden gegenüber, um diese für sich zu gewinnen, als unverbindlich erklärt und ihnen bloß die Beobachtung der sieben noachidischen Gebote zur Pflicht gemacht4). Es hat Jesu selbst auch fern gelegen, sich als Gottes Sohn auszugeben; er nennt sich Men sehen sohn ג) K. M., S. 8 a. 2) Diese von Crescas in spanischer Sprache verfaßte Schrift, deren Original verloren gegangen ist, ist uns in einer hebr. Bearbeitung des Josef ben Schemtob erhalten und unter dem Titel ביטול עקרי הנוצרים s. 1. e. a (wahrscheinlich Salonichi 1860, vgl, Steinschneider, Hebr Übers., S. 462, A. 11) erschienen. Daß diese Schrift, wie Graetz (Gesch. d. Juden VIIIJ, S. 414) behauptet, auf Veranlassung gebildeter Christen verfaßt worden sei, dafür gibt es keinen Beleg. Die Worte (S.4), die Graetz wohl im Auge hat: שרים ונכבדים בקשו ממני ויפצרו בי לחבר מאמר וכף, beziehen sich unzweifelhaft auf Juden. 3) M. A., S. 21 a. ף K. M., S. 2 b fg.