Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 21)
- Language
- German
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Die Stellung des Simon Duran in der jüd, Religionsphilos. 219 wie sie entstanden ist, auch wieder vergehen werde, oder ob sie, wie Maimonides lehrt, für immer fortbestehen werde, das glaubt Duran als vom religiösen Standpunkt indifferent unentschieden lassen zu dürfen. Dagegen hält er die Annähme mehrerer zugleich existierender Welten und die einer Schöpfung aus einer präexistierenden Materie, wofür sich bekanntlich Gersonides entschieden hatte, für unzulässig, ohne jedoch die letztere Frage einer eingehenderen Erörterung zu unterziehen1). Wie die Entstehung der ganzen Welt nicht als ein naturgesetzlicher, sondern als ein aus dem Willen Gottes hervorgegangener Akt anzusehen ist, so kann es auch einzelne Dinge geben, deren Entstehung nicht auf das Naturgesetz, sondern auf den Willen Gottes zurückzuführen ist, was wir mit dem Namen: Wunder bezeichnen. Man muß nämlich zwei Arten des Unmöglichen oder besser des Unzulässigen unterscheiden. Die eine, bei der eine Einwirkung der göttlichen Allmacht nicht ausgeschlossen ist, und die andere, die, von konstanter Natur und nicht das Werk eines Wirkenden, unveränderlich und auch der göttlichen Ein- Wirkung nicht zugänglich ist. So kann z. B. auch Gott nicht bewirken, daß zwei entgegengesetzte oder gar einander widersprechende Eigenschaften zu gleicher Zeit in demselben Ding vorhanden seien, daß derselbe Augenblick zugleich vergangen und zukünftig sei, daß die Summe der Winkel in einem Dreieck weniger als zwei Rechte sei und dergleichen mehr2). Daß bei dieser Art, der des begrifflich Unmöglichen, eine Einwirkung Gottes ausgeschlossen sei, darin stimmen, wie Duran meint, die denkenden Theologen und Philosophen miteinander überein. Dagegen gibt es andere Dinge, wie z. B. die Hervorbringung eines Körperliehen ohne eine Materie, die der Philosoph als unmöglich J) M. A., S. 98 a— 98 b. 2) Vgl. Saadja, Emunot II, Schluß; More I, cap. 75; II, eap, 13; III. cap. 14 u. a. O.