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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 218

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 218 (sequence 20)
Language
German
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218 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religion sphilos. nur die Geometrie und die Arithmetik sind, weil sie nicht auf Erfahrung beruhen, schon in früherer Zeit zur Vollendüng gelangt. Bei dem dem Menschen innewohnenden Streben nach Erkenntnis müßten aber die Wissenschaften, wenn eine unendliche Zeit hinter uns läge, auch schon seit einer unendlichen Zeit zu ihrer Vollendung gelangt sein; demnach kann seit der Entstehung des Menschengeschlechts nur eine verhältnismäßig kurze Zeit vergangen sein. Ebenso verhält es sich mit der Thora, deren Entstehung nach der übereinstimmenden Ansicht aller Völker gleichfalls einer verhältnismäßig jungen Vergangenheit angehört. Da aber der Zweck der Thora in der Vervollkommnung des Menschengeschlechts besteht, so wäre es unerklärlich, warum die Menschheit, wenn bereits eine unendliche Zeit vergangen wäre, so lange dieser Vervollkommnung entbehrt haben soll1). Diesem Einwande hatte, wie es scheint, schon Aristoteles zu begegnen gesucht durch die Annahme, daß sich die Menschheit in Folge einer beständigen Veränderung, der alle Teile des Erdbodens unterlägen, nicht in geradlinigem Fortschritt entwickele, sondern immer wieder von Zeit zu Zeit in den Zustand der Unwissenheit und Rohheit zurückgeworfen werde, daß sie im Kreislauf des Werdens immer wieder von vorn anfangen müsse. So wären alles Wissen und alle Kunst unzählige Mal entdeckt worden und wieder verloren gegangen, und die gleichen Vorstellungen seien nicht nur ein- oder zweimal, sondern unendlich oft zu den Menschen gekommen2). Allein Duran findet mit Gersonides, daß der erhobene Einwand dadurch nicht beseitigt werde, denn es sei nicht anzunehmen, daß ein ganzes Volk mit seiner Sprache und seiner Literatur spurlos untergehe, und daß sich von seiner Wissenschaft, selbst wenn es untergegangen wäre, Nichts sollte gerettet haben3). Ob die Welt, *) M. A , S. 96b. Vgl. Milchamot VI, 1, cap. 15. a) Vgl. Zeller, Philos. d. Griechen Iil2, S. 627. 3) M. A., das. Vgl. Milchamot das.

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