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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 217 (sequence 19)
Language
German
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Die Stellung des Simon Duran in der jiid. Religionsphilos. 217 Schöpfung einer bewußten Täuschung schuldig machen1)- Im Weiteren aber stellt er sich wieder ganz auf den Boden der maimonidischen Schöpfungslehre. Indem Maimonides den Nachweis geführt hat, daß die innerhalb der bereits geschaffenen Welt geltenden Gesetze nicht auf die Schöpfung selbst übertragen werden!dürfen2 *), hat er die Lehre von der Zeitlichkeit der Schöpfung mit einer Mauer umgeben, die sie vor allen Angriffen ihrer Gegner schützt und die auch Gersonides vergeblich zu erschüttern versucht hat Auf Maimonides geht die Darlegung zurück, daß auch Aristoteles nicht behauptet habe, einen stringenten Beweis für die Ewigkeit der Welt führen zu können, daß er vielmehr nur geglaubt habe, den Argumenten für die Ewigkeit vor denen für die Zeitlichkeit der Schöpfung den Vorzug geben zu müssen8). Auch in der Widerlegung dieser für die Ewigkeit der Welt beigebrachten Argumente ist Duran vornämlich dem Maimonides, daneben auch dem Averroes und dem Gersonides gefolgt4). Aus den Beweisen für die Zeitlichkeit der Schöpfung, die meistens dem Kusari des Jehuda Halevi und den Milchamot des Gersonides entlehnt sind, heben wir nur einen hervor, der, von Gersonides stammend, wegen seines Inhalts und auch in geschichtlicher Beziehung ein gewisses Interesse darbietet. Die Welt, so lautet dieser Beweis, kann nicht ewig sein, da Alles, was wir von den Wissenschaften besitzen, erst seit Verhältnismäßig kurzer Zeit entstanden, von seinen Urhebern in umvollkommener Weise begründet und von deren Nachfolgern verbessert worden ist So hat die Philosophie erst durch Aristoteles, die Medicin durch Galen, die Astronomie, weil sie als eine Erfahrungswissenschaft langer Beobachtung bedarf, überhaupt noch nicht ihre Vollendung erreicht, und *) M. A., S. 93 b. 2) More II, cap. 17. 3) M. A., S. 93 b, 95 a, Vgl. More II, cap. 15. *) M. A., S. 95a~95b.

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