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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 216 (sequence 18)
Language
German
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216 Die Steilung des Simon Duran in der jiid. Religionsphilos. gekehrt sein werden, den Engeln gleich unter dem Gottesthrone geschaart, den Abglanz der Gottesmajestät genießen, während über die Sünder, besonders über die Götzendiener, die Verdammnis zu den ewigen Höllenqualen ergehen wird1). An diesem Punkte angelangt, unterbricht Duran seine Darstellung, um sich mit der rein äußerlichen, die Planlosigkeit der ganzen Anlage seines Buches kennzeichnenden Begründung, daß auch die Wiederbelebung der Toten dem Bereich des Wunderbaren angehöre, der Lehre von den Wundern zuzuwenden. Ende und Anfang aller irdischen Dinge berühren sich hier gleichsam in seiner Darstellung, indem er in erster Reihe das Wunder der Weits chöpfung ins Auge faßt Die Thora, so sagt er, beginnt mit der Erzählung von der Schöpfung der Welt, weil sie das größte aller Wunder und der Glaube an sie der Grundpfeiler der ganzen Thora ist, denn von dem Glauben an eine zeitliche und voraussetzungslose Schöpfung ist der Glaube an Gott als den Schöpfer der Welt und der Glaube an die Göttlichkeit der Thora und ihrer Verheißungen bedingt, als deren letzte uns die Wiederbelebung der Toten verkündet wird. Mit der Lehre von der Zeitlichkeit der Schöpfung, so bemerkt er, offenbar auf eine bekannte Ausführung des Maimonides hinzielend2), verhält es sich nicht wie mit den Gott in der Schrift beigelegten Anthropomorphismen, die, weil mit der von der Schrift bezeugten Unkörperlichkeit Gottes unvereinbar, allerdings umzudeuten und bildlich aufzufassen sind. Der Anthropomorphismen bedient sich die Schrift, weil wir uns von den göttlichen Dingen nur auf dem Wege einer solchen Verbildlichung eine Vorstellung machen können. Dagegen würde sich die Schrift, wenn die Lehre von der Ewigkeit der Welt begründet wäre, mit dem Bericht über die Zeitlichkeit der 0 Ml. A., S. 92 a. 2) Vgl. More II, cap. 25.

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