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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 214

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 214 (sequence 16)
Language
German
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214 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. unterscheidet, und die die dem Menschen eigentümliche Form darstellt1). Von der Erkenntnis des Wesens dieser Substanz hängt unsere Vorstellung von der Fortdauer des Menschen oder vom ewigen Leben ab. Weil die Philosophen das Wesen dieser Substanz nicht erkannt haben, darum sind alle ihre Versuche, die Fortdauer der menschlichen Seele zu begründen, gescheitert, und wenn sie eine solche auch mit Worten behaupten, so ist ihre wahre Ansicht doch von der des Alfarabi nicht verschieden, der am Ende seines Lebens die Fortdauer der menschlichen Seele als ein Altweibergeschwätz erklärte2). Auf philosophischem Wege läßt sich, was sich auch bei Gersonides zeigt, die Fortdauer des Menschen überhaupt nicht beweisen3); darum müssen wir uns hier an die Tradition halten, die uns die Aufklärungen gibt, die wir anderwärts nicht finden können. Als eine feine, geistige, nicht zusammengesetzte Substanz der Auflösung unzugänglich, ist die נשמה ihrer Natur nach von fortdauernder Existenz, weshalb in der heiligen Schrift ihre Fortdauer nicht erst ausdrücklich verkündet zu werden brauchte, wenn es auch nicht an zahlreichen Andeutungen ehlt, aus denen dieser Glaube hervorgeht. So setzt ja auch die in der Schrift gelehrte Wiederbelebung der Toten den Glauben an eine Fortdauer der Seele voraus, da die Wiederbelebung in nichts Anderem als in der Rückkehr der Seele zu ihrem früheren Körper besteht. Daß der Glaube an eine 1) M. A., S. 83b, Duran beruft sich hier auf Maimonides, der in ה׳ יסודי התורה derselben Ansicht zuneige. Ich habe aber dort nichts dem Entsprechendes gefunden. Dagegen stimmt Durans Beschreibung der נשמה ganz mit Saadjas Beschreibung der Seele tiberein (vgl. Guttmarm, Religionsphilosophie des Saadja, S. 199—200), auf die er sich auch weiter (M. A«, S. 84 a) beruft. 2) M. A., S. 86 a. Vgl. Steinschneider, Alfarabi, S. 94 fg. 3) Über die Schwierigkeiten, die sich in betreff der Seelenfortdauer nach der Auffassung der Philosophen ergeben, handelt Duran M. A., S. 87b unter Benutzung von Kusari V, 14.

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