Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 14)
- Language
- German
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212 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. in ihrem ganzen Umfange in sich einbeziehenden Abhand״ lung erweitert. Wir müssen uns hier darauf beschränken, das früher Gesagte durch einige bedeutsamere Momente zu ergänzen. Die Seele ist eine dem beseelten Wesen vermittelst der wirkenden Intelligenz verliehene Form, die sich mit dem Stoffe verbindet, und durch die dieses Wesen zu seiner Vollendung gelangt, was der aristotelischen Definition entspricht, daß die Seele die erste Entelechie des natürlichen, organischen Körpers sei. Von den drei im Menschen vereinigten Seelen oder Seelenkräften — ob die drei Seelenkräfte einer Seele entstammen, oder drei Seelen darstellen, läßt Duran unentschieden — sind die Pflanzenseele und die Tierseele gewissermaßen als der Stoff oder die Unterläge für die vernünftige Seele zu betrachten, welche die der Menschenseele eigentümliche Form darstellt und den Mensehen erst zum Menschen macht1). Die Vernunftkraft des Menschen sondert sich in die praktische und in die theoretische oder spekulative Vernunft. Die praktische Vernunft ist auf die Erfahrung gegründet; sie geht von den ihr durch das Wahrnehmungs- und das Einbildungsvermögen dargebotenen Vorstellungen aus, die sie im Gegensatz zur Tierseele mit Bewußtsein erfaßt, und deren sie sich bedient, um ihre auf die Erhaltung und Führung des menschlichen Daseins abzielenden Verrichtungen zu vollbringen2 3), ln der Frage nach dem Wesen und der Wirksamkeit der theoretischen oder spekulativen Vernunft, die zu den schwierigsten und umstrittensten Problemen der arabisch-aristotelischen Philosophie gehört, folgt Duran nach seiner eigenen Angabe der Darstellung, die Averroes in seinem Kompendium oder Abriß der aristotelischen Schrift : »Ober die Seele« von ihr gegeben hat8). Wir können uns hier mit *) M, A., S. 35 a. 2) M. A., S. 78 b. 3) M. A., S. 80 b. Vgl. Steinschneider, Hebr. Übers., S. 147.