Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Stellung des Simon Duran in der jiuL Religionsphiios. 211 Zeit des Glückes heraufführen werde. Der Glaube an die Wahrheit der Thora verpflichtet uns zu diesem Glauben, weil er in der Thora und besonders in den Verkündigungen Bileams gelehrt und von Mose und den anderen Propheten bestätigt wird. Gegen die auf völlig unhaltbare Behauptungen gegründete Lehre des Christentums, der sich auch die Bekenner des Islam angeschlossen hätten, daß der Messias bereits gekommen und die messianischen Verheißungen zur Zeit des zweiten Tempels in Erfüllung gegangen seien, beruft sich Duran auf die Widerlegung Saadjas, dessen fünfzehn Gegenbeweise von ihm wiederholt werden1). Eine vorsichtige Zurückhaltung beobachtet er gegenüber der vielerörterten Frage, wann die Ankunft des Messias zu erwarten sei. Aus der Schrift läßt sich seiner Ansicht nach diese Frage nicht beantworten und alle von Daniel 12, 12 ausgehenden Versuche, die Zeit des Messias zu berechnen, seien als verfehlt zu betrachten2). Der Glaube an die Wiederbelebung der Tot e n, der sich, wie gegenüber der Lehre der Sadducäer gezeigt wird, schon in der Thora nachweisen läßt, nimmt die dereinstige Rückkehr der Seelen in ihre früheren Leiber an, was sich in einer übernatürlichen, wunderbaren Weise vollziehen soll. Demnach bilden die Grundlage dieses Glaubens die Lehre vom Wesen und von der Fortdauer der Seele und die Lehre von den Wundern, deren Darstellung dem des Auferstehungsglaubens voranzugehen hat. Wir haben schon früher Gelegenheit gehabt, die Stellung Durans zu diesen Fragen kennen zu lernen. Was er aber dort, bei der Erörterung der Lehre von der göttlichen Vorsehung, nur kurz skizziert hatte, das stellt er hier in einer vom Hauptthema so weit abschweifenden Ausführlichkeit dar, daß sich z. B. das Kapitel über das Wesen der Seele zu einer die Lehren der Psychologie und der Physiologie *) Saadja, Emunot VIII, S. 126 fg. 2) Mo A., S. 33 b—34 b. 14*