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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 210

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 210 (sequence 12)
Language
German
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210 Die Stellung des Simon Duran in der jiid. Religionsphüos. 6. Über Lohn und Strafe. Der Messiasglaube. Die Wiederbelebung der Toten. Den dritten Hauptteil des Magen Abot, der der dritten Grundlehre des Judentums, der Lehre von der Wiederbelebung der Toten, gewidmet ist, eröffnet Duran mit der Darlegung des Problems vom Wissen Gottes, der er dann die Lehre von der göttlichen Vorsehung folgen läßt, was er in Etwas gesuchter Weise damit begründet, daß der Glaube an die Wiederbelebung der Toten den Glauben an das Walten der göttlichen Vorsehung, und daß dieser wieder den Glauben an ein Wissen Gottes von den Dingen voraussetze. Da wir uns mit diesen beiden Problemen schon früher, in Verbindung mit der Gotteslehre Durans, beschäftigt haben, so wenden wir uns sogleich der dritten Frage, dem Messiasglauben, zu, der nach der Dar- Stellung Durans mit unserem Gegenstände insofern im Zusammenhang steht, als die Wiederbelebung der Toten durch den Messias herbeigeführt werden soll. Der Messiasglaube, in dem Glauben an die Göttlichkeit undUnveränderlichkeit der Thora und in dem Glauben an das Walten einer göttlichen Vorsehung begründet, ist, wie Duran ausführt, als ein Zweig dieser Grundlehren des Judentums für uns von unbedingter Verbindlichkeit. Erbesteht in der Überzeugung, daß sich dem Volke, das mit so unerschütterlicher Treue an der Thora festgehalten und für sie so viele Leiden und Verfolgungen erduldet habe, die Barmherzigkeit Gottes wieder zuwenden, daß sie dereinst durch einen weisen und mit prophetischer Kraft begabten König an ihm Wunder vollbringen werde, die alle früheren Wunder übertreffen und über dieses Volk eine entlehnt (vgl. Kusari III, 22, S. 230 fg.). Duran scheint aber, vielleicht infolge einer Textverstümmelung (vgl. Cassel, S. 284, A. 1), den Sinn dieser Stelle, die sich auf das Christentum bezieht, nicht ver־ standen zu haben.

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