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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 208

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 208 (sequence 10)
Language
German
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208 Die Stellung des Simon Duran in der jiid. Religionsphilos. Überlieferung sich von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt hat. 2. Durch die Lehre der Thora sind die ihr vorangegangenen Religionen verdrängt worden, während sie selber trotz der äußeren Schwäche unserer Gemeinschaft allen Angriffen, die seit Jahrtausenden mit irdischen und geistigen Waffen gegen sie gerichtet wurden, siegreich widerstanden hat. Das erklärt sich nur aus der der Thora innewohnenden Macht der Wahrheit, in deren Natur es liegt, die Lüge zu überwinden. 3. Die Thora bietet zugleich die Anleitung zur vollkommensten Erkenntnis der Wahrheit wie zur vollkommensten Ordnung der staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse dar. Zu einer solchen Vereinigung reicht keine menschliche Begabung aus; sie muß vielmehr auf eine göttliche Einwirkung zurückgeführt werden. 4. und 5. Die Thora überliefert uns metaphysische und kosmologische Erkenntnisse, die, der menschlichen Vernunft unzugänglich, den berühmtesten Denkern unbekannt geblieben sind. 6, Das jüdische Kalenderwesen, das in seiner Kombinierung der astronomischen Monatsbestimmung und der durch das Einschieben von Schaltmonaten bewirkten Übereinstimmung mit dem Sonnenjahr sich vor dem christlichen durch den dem wirklichen Mondumlauf entsprechenden Monat und vor dem muhammedanischen durch den Ausgleich des Mond- Jahres mit dem Sonnenjahre auszeichnet und dadurch die höchste Bewunderung bei den Astronomen der anderen Völker gefunden hat. Dieses Kalenderwesen, das mit der Gesetzgebung am Sinai dem israelitischen Volke verliehen wurde, ist als ein Zeugnis der Göttlichkeit der Thora anzusehen1). 7. Die in der Schrift angegebenen Merkmale zur Unterscheidung der reinen und unreinen Tiere, die Vor- Schriften über die Menstruation, den Blutfluß, den Aussatz und andere Krankheiten beruhen, wie schon der Kusari bemerkt, auf einer so tiefen Kenntnis der Natur, wie sie, 1j Auf die Vorzüge des jüdischen Kalenders wird im Kusari an zahlreichen Stellen hingewiesen. Vgl. II, 64; 111,35; 111,38; IV, 29,

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