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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 207

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 207 (sequence 9)
Language
German
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Die Stellung des Simon Duran in der Jüd. Religionsphilos. 207 Der Glaube an die Göttlichkeit der Offenbarung, die von Israel am Sinai tatsächlich erlebt wurde, hat sich seitdem bei uns als eine Oberlieferung fortgepflanzt, deren Wahrheit selbst von den Bekennern des Christentums nicht bestritten wird. Die sinaitische Offenbarung erfolgte durch eine von Gott eigens zu diesem Zweck geschaffene Stimme, die von dem ganzen Volk vernommen wurde. Bei den beiden ersten Worten erfaßte das Volk ebenso wie Mose auch den Inhalt dieser Worte, so daß es für sie einer Vermittlung durch Mose nicht bedurfte, was auch in der direkten Anrede Gottes an das Volk zum Ausdruck gelangt, während das Volk bei den anderen Worten, durch die Verkündigung der beiden ersten erschüttert, nur die Stimme und nicht deren Inhalt vernahm und darum zu deren Kenntnis der Vermittlung Moses bedurfte, weshalb in ihnen von Gott in der dritten Person geredet wird1). Der Ansicht des Maimonides, daß das Volk auch bei den beiden ersten Worten nur die Stimme und nicht deren Inhalt vernommen habe, glaubt Duran widersprechen zu müssen, da nach dieser Ansicht die ganze Offenbarung gar keinen Zweck gehabt hätte2). Aber nicht nur die zehn sinaitischen Worte, sondern die ganze Thora ist dem israelitischen Volke als eine ihm durch Mose vermittelte göttliche Offenbarung verliehen worden. Gegenüber den Anfechtungen, denen diese Lehre des Judentums seitens der sogenannten Philosophen ausgesetzt sei, gibt Duran eine Reihe von Beweisen für die Göttlichkeit der Thora, von denen mir die folgenden besonders bemerkenswert erscheinen. 1. Die geschichtliche Tatsache der sinaitischen Offenbarung, die von Israel wahrgenommen wurde, und deren Kunde durch eine niemals bezweifelte handelt Duran im Anschluß an die Lehre von der Einbildungskraft ausführlich M. A., S. 71a—76 b. Im Wesentlichen folgt er, wie in den obigen Ausführungen, so auch dort der Darstellung des Maimonides. 0 M. A., S. 21a, 29 b. 2) M. A., S. 28 a.

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