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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 206 (sequence 8)
Language
German
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206 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. der Existenz kann an der Erschaffenheit der Engel ein Zweifel sein, wenn diese auch in der Thora mehr angedeutet als ausdrücklich gelehrt wird1). Unter den Sphärengeistern nimmt die höchste Stufe der die oberste Sphäre bewegende Geist ein, der mit dem Engel Michael der Schrift und mit dem Metatron des Talmud identisch ist, die unterste Stufe der von den Philosophen als wirkende Intelligenz bezeichnete Geist, der mit dem Engel Gabriel der Schrift und dem Sandalphon des Talmud identisch ist. Der Unterschied zwischen der Prophetie Moses und der der anderen Propheten besteht nun darin, daß die anderen Propheten ihre prophetischen Eingebungen durch die Einwirkung der wirkenden Intelligenz auf ihre Vernunftkraft und auf ihre Einbildungskraft empfangen haben, während Mose, der selber auf der Stufe der wirkenden Intelligenz stand2), seine prophetischen Eingebungen nicht durch Vermittlung der wirkenden Intelligenz und ohne Einwirkung auf seine Einbildungskraft unmittelbar von Gott selbst empfangen hat. Die Prophetie Moses stellte sich nicht wie bei den anderen Propheten, bei denen die Einbildungskraft mitwirkte, in Rätseln und Gleichnissen, sondern in klaren Gesichten dar; von der Einwirkung jeder materiellen Kraft losgelöst, wurde sie von ihm nicht als eine körperliche Erschütterung oder, wie es bei den anderen Propheten heißt, als eine »Last« empfunden; sie war ihm zu jeder Zeit zugänglich und ist ihm bis in das hohe Greisenalter hinein ungeschwächt geblieben3). 1) M. A., S. 11a. Vgl. S. 96 b. 2) M. A., S. 16a, 17b, 20a, 29b. Daß Mose auf der Erkenntnißstufe der Engel stand, lehrt auch Maimonides, vgl. Bacher, Die Bibelexegese Mose Maimunis, S. 133, Anm. 5. 3) M. A., S. 15 a. Warum Mose nach dem Auftreten der Kundschafter bis zum Aussterben des Wüstengeschlechts keine göttliche Offenbarung empfing, erklärt Duran M. A., S. 75 a, womit der von jaulus (S. 504, A. 2) erhobene Einwand fortfällt. Über die wahrsagenden Träume und über die verschiedenen Stufen der Prophetie

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