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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 205

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 205 (sequence 7)
Language
German
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Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. 205 mit der vollkommensten Einbildungskraft ausgestattet, des Ergusses der wirkenden Intelligenz nach dem Maaße seiner spekulativen Begabung teilhaftig werden, so daß er nur die höchsten göttlichen Dinge erfassen, sich nur mit der Erkenntnis der Wahrheit und mit der sittlichen Leitung der Menschen beschäftigen wird. Dennoch aber ist die Prophetie, so sehr sie auch an diese Vorbedingungen geknüpft ist, nicht als ein Ergebnis der natürlichen Entwicklung des Menschen zu betrachten, denn auch da, wo alle Bedingungen in ausreichendem Maaße vorhanden sind, wird sie nur dann eintreten, wenn zu diesen Bedingungen der Wille Gottes, einen Menschen zum Propheten zu machen, hinzukommt1). Auf die Prophetie Moses übergehend, lehrt Duran in Übereinstimmung mit den anderen jüdischen Religions- Philosophen, daß sich diese von der aller anderen Propheten nicht nur dem Grade, sondern der ganzen Art nach unterscheide. Um dies näher zu begründen, gibt er eine weit ausgesponnene Darstellung der Engelle h re, aus der wir uns das Folgende hervorzuheben begnügen. So eingehend uns die Thora über die Schöpfung der irdischen Welt belehrt, so wenig erfahren wir aus ihr über die Schöpfung der Sphärenwelt und der die einzelnen Sphären bewegenden Geister, weil dies Probleme sind, die über den Bereich der menschlichen Forschung hinausgehen. An der Existenz dieser Sphärengeister kann allerdings kein Zweifel sein. Wie wäre es denkbar, daß die unvergängliche und so viel feinere Materie, aus der die Sphären gebildet sind, unbeseelt sein soll, da doch die Materie, aus der der Mensch gebildet ist, beseelt ist?2) Aber auch an zahlreichen Stellen der heiligen Schrift wird die Existenz der Sphärengeister, die in ihr Engel genannt werden, bestätigt. Und ebensowenig wie an 1) M. A., S74 ־ b. 2) M. A., S. 14 a, Im dritten Kapitel des zweiten Abschnittes, das von der Göttlichkeit der Offenbarung handelt, wird die Engel«, lehre weiter fortgesetzt.

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