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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 204

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 204 (sequence 6)
Language
German
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204 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos״ Erreichung seines Zieles zu fördern1). Zu solcher Vollkommenheit erhebt sich der Mensch, indem er sich von dem Stofflichen, das er mit den niederen Wesen gemein hat, loslöst und vermittelst der Vernunft, die ihn vor allen anderen Wesen der Niederwelt auszeichnet, mit der Oberwelt oder der Welt der Intelligenzen in Verbindung tritt. In diesem Zustand reiner Geistigkeit gelangt der Mensch zur Stufe der Prophetie, in der die menschliche Vernunft das höchste Ziel ihrer Vollkommenheit erreicht2). Mit der Vernunftkraft aber muß sich zugleich die Einbildungskraft im Menschen zur höchsten Vollkommenheit entfalten, um ihn zur Stufe der Prophetie emporzuheben. Die Vereinigung beider ist eine unerläßliche Vorbedingung für die Prophetie- Ein Mensch mit hochentwickelter Einbildungskraft, bei dem aber die Vernunftkraft entweder nur in geringem Maaße vorhanden oder in ihrer Entwicklung zurückgeblieben ist, wird, wenn der göttliche Erguß auf seine Einbildungskraft einströmt, mit der Kraft der Zauberei begabt sein, die ja nur vermittelst der Einbildungskraft wirkt. Ein anderer wieder, bei dem zwar die Vernunftkraft, aber nicht die Einbildungskraft zu vollkommener Entwicklung gelangt ist, wird sich zum spekulativen Denken befähigt zeigen. Wo aber beide Kräfte in gleichmäßiger Vollendung vorhanden sind und sich der göttliche Erguß vermittelst der wirkenden Intelligenz zuerst der Vernunftkraft und dann der Einbildungskraft mitteilt, da gelangt der Sobegabte zur höchsten dem Mensehen erreichbaren Stufe, zur Stufe der Prophetie. Ein Mensch von lauterster Sittlichkeit, ganz dem Streben nach Erkenntnis der höchsten Dinge hingegeben, allen tierischen Trieben und Gelüsten, jeder Versuchung der Eitelkeit und Herrschsucht unzugänglich und sich von der Gemeinschaft mit den Anderen zurückziehend, soweit es nicht die Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse erheischt, wird er, 1) M. A., S. 8 b. 2) M. A., S. 10 b,

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