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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 203

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 203 (sequence 5)
Language
German
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Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. 203 Ansicht, nach der das Geschick des Menschen nicht von dem Maße seiner Vernunfterkenntnis, sondern von seinem Gehorsam gegen das göttliche Gebot bedingt ist, hat für uns eine unzweifelhafte Gewißheit und kann nicht durch die Ansichten der Philosophen erschüttert werden, die, auf bloßen Vermutungen beruhend, sich gegenseitig widersprechen und ihre Anhänger nur in die Irre führen1). 5. Die Göttlichkeit der Thora. Die Lehre von der Prophetie. Der Mensch als das vollkommenste aller irdischen Wesen bildet den Abschluß und den Endzweck der ganzen Schöpfung. Aus den beiden feinen M at e ri e n, die Gott zuerst und aus dem Nichts geschaffen hat, wurden der Himmel und die Erde gebildet. Nach diesem ersten Schöpfung ״ kt, dem die beiden Materien ihren Ursprung verdanken, hat eine Schöpfung aus Nichts nicht mehr stattgefunden; eitdem sind vielmehr alle Dinge aus Etwas, d. h. aus der vorhandenen Materie, entstanden2). Von den niedrigsten Daseinsstufen ausgehend, schreitet die Schöpfung zu immer höherer Vollkommenheit empor, bis sie im Mensehen zu ihrer höchsten Vollendung gelangt Der Mensch stellt in seinem Wesen gewissermaßen eine Vereinigung des Himmels und der Erde dar; mit dem dem Erdenstoff entstammenden Körper verbindet sich in ihm der Geist, der, gleichsam dem Himmel entstammend, den Menschen über alle anderen Wesen hinaushebt. Das ganze Menschengeschlecht aber ist um des Menschen willen geschaffen, in dem das menschliche Wesen zu seiner vollkommensten Ausprägung gelangt, und ist dazu bestimmt, diesen in der ‘) E. Hk., cap. 19. ») M. A., S, 9 b: ותחלת הבריאה היתד, שהש״י ברא מההעדר הגמור ב׳ חמרים הא׳ היה חומר לשמים והאי היה חומר לארץ וכל אשר מתחת ל^מים ובו׳. Unter der Himmelsmaterie ist nach Aristoteles der Aether oder, wie er von den Späteren genannt wird, das 1rl[/,7CT0vc:T0tyeT0v zu verstehen.

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