Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 177

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden in der tannäischen Zeit
Date
1909-01-01
Page
Seite 177 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829819-2829822-2888968--36896-2889034
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden. 177 von jenen Völkern entlehnt hat. Denselben Einfluß, obgleich nicht in so hohem Maße, hat das persische Reich geübt, und als sein Untergang durch Alexander den Großen besiegelt wurde, war der hellenistischen Kultur die Pforte auch für Palästina geöffnet. Die zahlreichen griechischen Fremdwörter in unserem Schrifttum beweisen zur Genüge, wie sehr der Hellenismus sich in Palästina ausgebreitet hat Als dann gar das römische Schwert sich die halbe Welt unterjochte, blieb Palästina auch nicht verschont, und daß griechischrömische Sitte dort ihren Einzug gehalten hat, bezeugt allein schon die geschichtliche Zeit des Herodes, der in der Aufführung von Prachtbauten, wie Amphitheater, und Hippodrom, dem griechisch-römischen Wesen mit Gewalt in seinem Reiche Eingang zu verschaffen suchte. Dies alles verleiht uns wohl einige Berechtigung, bei einer Arbeit, die ein kulturgeschichtliches Bild entwerfen soll, die fremden Quellen heranzuziehen. Bei der Stabilität der wirtschaftlichen Zustände des Orients war es angebracht, Reisebeschreibungen mitunter im Wortlaut wiederzugeben, da sie oft ein getreues Ab־ bild von dem liefern, was schon vor etwa zweitausend Jahren gewesen ist. Eine strenge Scheidung zwischen palästinischen und babylonischen Verhältnissen konnte nicht durchgeführt werden, weil bei dem fortwährenden Austausch der Lehrmeinungen zwischen den Schulen beider Länder die Gelehrten des jerusalemischen Talmud Bezug nehmen auf babylonische Verhältnisse und umgekehrt. Das Jagd- und Bienen recht fällt eigentlich aus dem Rahmen dieser Arbeit heraus, allein die Schlüsse, die für das Kulturgeschichtliche aus solchen Gesetzen sich ergeben, sind zu wichtig, als daß sie hier hätten unberücksichtigt bleiben dürfen. Zu dem Abschnitt über Bienenrecht verdanke ich die. einschlägigen Stellen aus dem corpus iuris der Güte des Herrn Professor Köhler in Berlin, dem ich auch an dieser 12 Monatsschrift, 53. Jahrgang.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.