Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden in der tannäischen Zeit
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 3)
- Language
- German
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176 Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden. der Fischfang eine ungleich größere Rolle als bei den Juden spielten, haben in der Art des Fangens und in der Beschaffenheit der Gerätschaften keine Fortschritte aufzuweisen. Von den Ägyptern sind Reliefdarstellungen von Fisch- und Schlagnetzen für Vögel aus dem Jahre 28001) v. Chr. erhalten, welche 1500 Jahre später2) noch dieselbe Gestalt zeigen. Ähnliches gilt von den Griechen und Römern. Max Miller bemerkt in seinem Büchlein »Jagdwesen der alten Griechen und Römer«, daß alle späteren Schriftsteiler über das Jagdwesen aus dem Buche des Xenophon geschöpft haben, ohne daß einer viel wesentlich Neues nach ihm gebracht hätte3). Die ihren Zwecken entsprechenden Formen waren schon frühzeitig mit der Notwendigkeit jener Beschäftigungen gefunden4). Der zweite Punkt, in welchem sich vorliegende Untersuchung von den oben genannten unterscheidet, ist das Heranziehen der Privataltertümer anderer Völker, um das sehr lückenhaft vorliegende Material zu ergänzen. Dazu gewährt ein Vergleich oft eine sichere Bestätigung dessen, was man vorher nur vermutet oder in Abrede gestellt hat. Dieses Verfahren ist um so unbedenklicher, als Palästina, von jeher der Zankapfel und daher auch das Schlachtfeld der Völker des Niltales und des Euphratgebietes, von jenen mächtigen Kulturen nicht unberührt bleiben konnte, sodaß man besonders in der Technik vieles 0 Vgl. Berliner Museum, ägyptische Abteilung, altes Reich, Nr. 15756 und 14100. 2) ibid., neues Reich. Nr. 6934. 3) Noch bestimmter Dörner zu Xenophons Kynegetikus (Stutt* gart 1871) in der Einleitung, S. 18: »Indes, Männer von Fach habeu es ausgesprochen, daß das Büchlein würdig an der Spitze der ganzen reichen Jagdliteratur stehe, und um so beachtenswerter sei, da, was spätere Römer uns über die Jagd hinterlassen haben, zur Genüge beweise, daß ein Fortschritt in der Jagd gegenüber dem Standpunkt derselben in Griechenland z. Zeit Xenophons in keiner Weise stattgefunden habe«, ף Weiß, S. 98.