Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Agada bei Philo
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829819-2829822-2888967--36884-2889023- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
166 Agaäa bei Philo. Freude, die wieder in sein Herz eingezogen, gleich auch die Sorge befallen, es möchte Joseph bei seiner Jugend sich in der Fremde der Sitte der Väter entfremdet haben. Er bedachte die sittlichen und religiösen Gefahren inder Fremde, zumal in einem Lande wie Ägypten, und nicht zum geringsten die Lockungen, die Reichtum, Rang, Ehre wie bei seinem Sohne im Gefolge haben, alles Dinge, die ihn leicht zur Sünde verführt haben konnten, zumal da jedes Gegengewicht, wie ein Warnungsruf aus dem Elternhause fehlte. Vielleicht auch fürchtete Jakob für sich selbst von einem Aufenthalt in Ägypten, denn nur dann ist es zu verstehen,wenn Philo daselbst (§255) fortfährt: 013׳tc*>;ouv Stax-stjxsvov i&wv 0) [jlo^co &0V0CTÖV dcopa׳T0v öp£v sXsov Xapißavst xod %01(jlc!){asv6> vuKTtop STC&cpocvsfc <p7)crr piy]־Ssv süXocßou ׳rusp!. zig A’tyuTS'rov <&5<*>£;8<ן xtV lediglichen Berufung wegen der eigenen Übersiedlung dorthin sein konnte, kurz es fehlt die Durchführung des Gedankens einer Beruhigung auch wegen Josephs, des Sohnes. Da ist denn der palästinensische Midrasch, der das gleiche Thema behandelt, glücklicher in der Abrundung des Ge*־ dankens gewesen; witzig zugleich in der Ausdeutung von רב י1סף בני bemerkt er: רב כחו של יוסף בני שבמה צרות הגיעוהו ועדיין הוא ערמד בצדקו (Ber. rabb. c. 64, angeführt bereits bei C. Siegfried, wozu noch käme Midrasch Schern, rabb. P. 1 zu ויוסף היה במצרים und besonders fein pointiert Sifre zu Deut. 32, להודיע צדקו של יוסף ונר), Erst zum Leben Moses, dem auch nicht weniger als drei, nach L. Cohns Zählung zwei, Bücher de vita Moses gewidmet sind, wird Philcs Auslegung auch an agädischen Bestandteilen wieder reicher. Der Grund dafür ist: Mösis Persönlichkeit mit allem, was in der Schrift von seiner Charakteristik, von seinen Taten und Lehren berichtet wird, wird ihm nirgends zur Allegorie; einem Mose gegenüber befindet sich selbst Philo so zu sagen auf streng historischem Boden, während die Auffassung von den Patriarchen, wie wir gesehen, bei ihm noch schwankt und diese ihm