Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 28)
- Language
- German
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156 Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX• ahrh. Rousseaus aufgestellt wurden und auf der dritten ein Jude seinen Sabbat feierte1).« Und wie hoch ward doch Moses Mendelssohn gestellt: »Herr Moses«, wie er traulich zuweilen in Briefwechseln Anderer genannt wird. Wie sinnig hat seiner Matthias Claudius, der fromme Christ, gedacht. »Hrn. Mendelssohns Bekanntschaft«, schrieb er im Jahre 17862), ist mir nicht beschieden gewesen. Aber ich habe ihn als einen hellen forschenden Mann mit vielen andern geachtet; und als Jude habe ich, wie man sagt, ein tendre für ihn, um seiner großen Väter, und um meiner Religion willen. Der eine (Lessing) liegt zu Braunschweig im Grabe, und der andere zu Berlin• —-»Molliter Ossa cubent«. Wie dankbar seitens der Juden menschliches, lebenswarmes Verhalten der Christen anerkannt wurde, das er״ sieht man aus einer Mitteilung Johannes Mülieris, des kur״ mainzischen hohen Beamten, den späterhin Mainzer Juden auch inständig angingen, nicht, der Franzosen wegen, die Stadt zu verlassen. Müller schreibt seinem Bruder, aus der kurmainz’schen zweiten Residenzstadt Aschaffenburg, im Jahre 17893): »Morgen früh wird meine Fistel operirt. . . . 1) Johann Heinrich Vogt. Ein Denkmal nebst Fragmenten des Verstorbenen. Mainz, T. F. Sartorius, 1791. S. 16. 2) Werke des Matthias Claudius. 2. Bd. S. 138. (in: Zwey Recensionen in Sachen der Herren Lessing, M. Mendelssohn, und Jacobi.) — »Empfehlen Sie mich dem Herrn Moses, dem Philosophen, diesem Mann, der den feinsten Geschmack mit der tiefsten Gründlichkeit verbindet; die ernste Philosophie hat noch nie so viel Reize gehabt, wie in seinen Schriften;« so schrieb Salomon Gessner, der Schweizer Dichter, an seinen preußischen Genossen Raniler, am 4. April 1764. (Aus dem Briefwechsel zwischen Gessner und Ramler. Mitgeteilt von Carl Schüddekopf; in der Zeitschrift für Vergleichende Litteraturgeschichte N. F. 5. Bd. (1892) S. 104. ‘ 3) Johannes von Müller sämtliche Werke. 5. Teil. Herausgegeben von Johann Georg Müller. 2. Aufl. Stuttgart und Tübingen, 1822, S. 267.