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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 140

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
Date
1909-01-01
Page
Seite 140 (sequence 12)
Language
German
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140 Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrh. sen Schätze fühlten1). Wir lieben dieses Volk, sagte er im Jahre 1540, und seine Angehörigen sind so stolz und verschmähen uns2). Hier haben wir aus autoritativem Mund ein Zeugnis dafür, daß, wo es um die heiligsten1 Güter der Deutschen Biographie. Münster trat in seiner Ausgabe offen gegen die Vulgata auf. — Ober »judenzen, judaizare« siehe: Ludwig Geiger: Die Juden und die deutsche Literatur, a. a. O. S. 370/72. Im Jahre 1536 (Tischreden Nr. 749) ließ sich Luther über Münsters Bibelbeurteilung so aus: »Munsterus autem plane judaisat neque fidem neque 9patf&v considerat; nam ignorata fide nihil intelligitur in scriptura, etiamsi doctissimus sit, ut est Munsterus.« j) So sagte Luther im Jahre 1537: »Jiidaeorum Superstitionem longe superat papa, Illi enim legem pro fundamento habuerunt et cultum suiim ex verbo Dei superstitiose intellecto defendere conantur, sed papa sine verbo Dei, contra verbmri et supra verbum Dei audet docere, quaecutnque placent, . . .« 2) Tischreden Nr. 234. Judaei. »Nos amamus himc populum, et illi sunt tarn superbi et fastuosi. . . .« So schreibt er im Jahre 1537 an das Haupt der deutschen Juden, joselmann von Rosheim, (Tischreden Nr. 777): . . . »mein hertz ja gewesen ist und noch, das man die Juden soll freundlich halten, der meinung, ob sie Gott wollte dermal eines gnediglich ansehen und zu irm Messia bringen, . . .* Er wolle ein Büchlein schreiben: »ob ich etiich künde aus eurm vetterlichn stam der heiligen patriarehn und propheten gewinnen und zu eurm vorheissenen Messiam bringen, . . .« Gott würde sie aus ihrem Elend nur befreien; wenn sie »eurn vettern und herrn, den lieben gekreuizigkten Jesum« mit den Christen annähmen. »Denn ich hab eur rabinos auch gelesen, und were es darinnen, so were ich so hörnern und steinern nicht, es hett mich auch bewogen; aber sie können nichts mer, dann schreien, es sei ein vordampter, gekreutzigter Jude, so doch alle eure forfaren keinen heiligen noch propheten unvordampt, ungesteinigt und ungeniartert haben gelassen, welch allzumal auch müssen vordampt sein, wenn eur meinung solt darumb recht sein, das Jesus von Nazareth von euch Juden gekreutziget und vordampt sei; dann irs zuvor mehr gethan und aileweg gethan. Leset, wie ir mit eurm konig David umb seit gangen und mit allen frommen konigen und frommen leuten! Und haltet uns Heiden nicht gar so vor hunde! Denn ir sehet, das eur gfeirgnus zu lang will werden, und findet doch uns beiden, welch ir vor eure höchste feinde haltet» günstig und willig zu helften und zu radten.«

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