Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 9)
- Language
- German
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Zur Geschichte uml Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrh. 137 setzt, in Frankfurt am Main wurde diese Übersetzung ge־ druckt, und ein Buchhändler allein, Moritz Goltz in Witten־ berg, bestellte 5000 Exemplare; die meisten davon sollten nach Italien und Frankreich gesandt werden1). Jonas schreibt nun dem Anhaltiner Fürsten : Es sei ein außerordentlich nützliches Buch, das den Juden in Italien und in den spanischen Ländern, wo sie ihre Nester hätten, schaden werde, denn sie seien Christus um nichts freundlicher, als die Türken2). Voll höchster Genugtuung bemerkt er: seit tausend Jahren sei nichts Gebildeteres, oder was mehr germanischer Art gemäß sei, patriarchalischen, prophetischen Lehrhauch von sich auswehe, bezüglich des wahren Messias und des ewigen Geheimnisses vom höchsten Vater geschrieben worden, als diese Schrift3). Wie sich Luther’s impulsive, kraftstrotzende Art über jüdische Dinge in der Periode seines inneren Lebens, die diese Schritt in ihm reifen ließ, seinen Vertrauten gegenüber aussprach, davon unterrichten uns, mit jedem hohen, zornigen, warmen und leidenschaftlichen Akzente, dessen der Reformator fähig war, seine »Tischreden«4). Die alte Prineipem D. D, Mauritium Ducem Saxoniae. Francofurii, ex officina Petri Brubachii 1544. Briefwechsel 2. Hälfte S. 98: Halle am 22. März 1543. — Brief aus Halle vom 23. Mai 1544 (Briefwechsel 2. Hälfte S. 118): »Multa etiam exemplaria iranslationis mea[e] contra Judaeos rapta esse avide a Gallis, Italis. [Auf der Frankfurter Messe.] Utinam et in illis nationibus hospicium inveniat 6 Xp^TÖg utoq ©sou 2) Briefwechsel 2. Hälfte, Brief vom 1. April 1544, aus Haile. »Es! utilissimus Über, nociturus Judaeis in Italia, in Hispaniis, ubi nidos habent, nihilo amiciores Christo domino nostro quam Turcae.« s) Briefwechsel 2. Hälfte, S. 118: Brief vom 23. Mai 1544 aus Halle: Er schicke ihm seine Übersetzung: »libri rev. patris d, doct. M. Luth. quo de vera Messia Christo, mysterio aeterno patris altissimi, nihil in mille annis scriptum eruditius aut secundum germanum succum patriarchicae et propheticae doctrinae TCvsu[/.omx,6׳c־spov.» 4) Ich benutzte: Luthers Tischreden in der Mathesischen Sammlung. Aus einer Handschrift der Leipziger Stadtbibliothek heraus-