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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
Date
1909-01-01
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XiX. Jahrh. 133 freilich auch jedes soziale Gebrechen dieser, zur äugenblicklichen Entnahme, aufbewahrte, gleicht seine tobsüchtige Schrift Murner, dem einflußreichen Prediger und Schriftsteiler, war es darum zu tun, anstachelnd darauf hinzuweisen (Vers 13—15): »Das sy in so fil manchen landen ן begangen haben grusam schänden. \ Dorumb sy sindt gebrant, zerrissen. | das sy on zwyffal sicher wissen;...« Noch jetzt ermordeten sie Christenkinder und seien Todfeinde der Christen; den Hunden seien sie gleich zu achten; täglich schmähten sie den christlichen Glauben. Man müsse sie vertreiben, sie beschimpften die deutsche Ehre; Deutschland ernähre und beschütze diese Müssiggänger, die: »vor vnß spatzieren gon | Vnd Schelmen vnß das vnser ab, | das mancher kumpt an bette! stab | Mit wücher vrid mit vber nütz (Übernutzen)«. Wenn sie es vermöchten, so würden sie alle Christen umbringen. »Sy durstet alle zytt vnd stundt j noch vnserm blüt | der recht blüt hundt j «; im Jahre 1348 hätten sie alle Brunnen in Deutschland vergiften wollen1). Von einem Gulden nähmen sie, als Zins, drei. Auch Murner spricht davon, daß die Juden im »Gefängnis« lebten2); durch ihre Schuld hätten sie ihr heimat- 1) Klassert a. a. O, S« 78. »Die Beschuldigung der Brunnen- Vergiftung durch die Juden taucht zum letzten Mal bei Gelegenheit des großen Sterbens 1348 und 1349 auf. Wenn hier Murner, auf sie fußend, die Verfolgung der Juden fordert, so zieht er sich dadurch auf Grund der Bulle Clemen’s VI, vom 20. Sept. 1348 die Strafe der Exkommunikation zu. Vgl. [Herman LJ Strack. [Das Blut im Glauben und Aberglauben der Menschheit. Schriften des Institutum Judaicum in Berlin Nr. 14. (1900) S.] 197. Dieser Tatbestand hat vielleicht für die Einziehung der vorliegenden Schrift durch die weltliche oder geistliche Behörde den Ausschlag gegeben.« 2) Ein Kapitel hat die Überschrift: Wie die juden zu schmach des Blut vergiessens cristi vn zu rach irer gefengnüß flyssig noch cristenen blut stellen. Dem trefflichen Kirchenhistoriker D. Dr. Erwin Preuschen verdanke ich, durch freundliche Vermittelung, den Hinweis: daß man nach der Abfassungszeit der Evangelien »mehr oder weniger versteckt

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