Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 752 (sequence 5)
- Language
- German
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- Lod 1× ep/1045074
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752 Besprechungen. hauptung (S. 71 ff.), daß erst mit R. Chisda der Text der Misch nah zum Gegenstände eingehender kritischer Erörterung gemacht wurde, so daß jedes Wort zu Ableitungen Anlaß gab, wie R. Akiba es dem Text der heiligen Schrift gegenüber inauguriert hatte. Raba, Chisdas Schwiegersohn und Schüler, setzte die Methode fort und legte so den Grund zu einer Richtung, die in der späteren tausendjährigen Literatur zum Durchbruche kam und der Ursprung eines großen Teils des halachischen Schrifttums wurde. Raba erhielt als Oberhaupt der babylonischen Juden geheime Berichte von den schwerbedrängten palästinensischen Brüdern (S. 75, Anm. 2). Die Verfolgungen unter Gallus waren es, die wahrscheinlich die Bewohner Ly d das zum Aufstande bewegten (vgl. Gräetz IV, 341 und Note 30, S. 490). Funk vermutet in dem לוו der geheimen Mitteilung (Sanhedr. 12 a) entweder ein ursprüngliches oder angespieltes לוד. Es handelt sich an der Stelle offenbar um eine geheime Kalenderbestimmung. Die Vorgänge in Lydda waren den Römern durch die gefangenen Boten verraten worden. Über die Ursachen der Zurücksetzung des R. Papa wird uns in den Talmuden nichts Näheres angegeben. Vielleicht sind — so vermutet Funk (S. 89, Anm. 2) — die grundlosen Verleumdungen daran schuld, die angedeutet werden. Die Stellen Moed Kat. 18 b und Sabbat 118 b lassen es vermuten לדידי חשתן ללא הודי בי. Damit steht offenbar das Ereignis in Verbindung, das Berach. 8 b und Peßach. 112 b angedeutet wird. Das in Berach. Erzählte war R. Nissim (vgl. Scholion z. St.) sowie Raschi (vgl. Scholion z. St.) und Aruch (Art. ארם) nicht bekannt. Die betreffenden Talmudstellen sind übrigens korrumpiert (vgl. Dikduke Sof er. z. St. und Anm.); wenn sie nicht gar! n t er p o li e r t e M ar g inalien sind. Die Unsicherheit der Überlieferungen ist verdächtig. Übrigens ist es nicht uninteressant, daß die Verbitterung R. Papas gegen die Chronique scandaleuse auch in seinem Hasse gegen alle Zwischenträgerden sich zeigt (Peßach. 113 b) Für das Alter R. Aschis zieht Funk (S. 104, Anm. 2) mit Recht die von den meisten Forschern und auch von Halevy nicht beachtete Stelle Sanhedr. 77 b heran : א״ל מד בר ר׳ אשל לדי פפי. Schon; zur Zeit R. Papas, der nach Scherira Raba um 19 Jahre überlebt hat, war Mar, der Sohn Aschis, schon erwachsen. Zur Zeit Rabas muß also R. Aschi schon verheiratet gewesen sein. Beim Tode R. Papas dürfte er ein Vierziger gewesen sein. Daher ist es auch natürlich, daß er die Schule Rabas, die einzige vor der Gründung der Schule in Naresch, besucht hat.