Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 753 (sequence 6)
- Language
- German
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Besprechungen. 753 Nicht ohne Bedeutung ist auch die Beobachtung (S, 110, Anm. 1), daß die als »Baraita« bekannten apokryphen Lehrmeinungen, die vor dem Forum der Kallaversammlung keine Gesetzeskraft erhalten hatten, später in ספרים חיצונים gesammelt wurden und wie einst manche Baraita die Mischna, manchmal die Entscheidungen des offiziellen Talmud verdrängten. Tossaphoth zu Abod. sar. 65b melden: ועל פי ספרים החיצונים אנו נוהגים כמה לסריס♦ Dünner (Scholien zu Kethubb. 7 a) führt eine Anzahl klassischer Fälle an, die vermehrt werden können. R. Aschi hatte zwei berühmte Zeitgenossen namens Rabina. Der eine (I.) war älter und berühmter als er; der andere sein Schüler (IL). Diese beiden Rabinas dürfen nicht mit einem dritten Rabina verwechselt werden, der weniger berühmt war und den schon Tössaph. Chull. 48 a, R. Ascher und Maadanne Jom-tob. z. St. kennen (Gegen Halevy Dor. Har. III, 7 und II b, 639). Zeitgenossen R. Aschis waren noch die aus Palästina eingewanderten R. Abba, R. Chanina, R. Acha b. Arja, R. Acha b. Josef, auf die J o 11 e s in seinem »Beth waad la-Chachamim« lange vor Halevy hingewiesen hat. Interessant ist auch die gelegentlich geäußerte sehr einleuchtende Vermutung (S. 128, Anm. 2), daß unter dem in den Hammurabigesetzen vorkommenden muSkenn nicht,§wie alle Forscher behaupten ein »A r m e n s t i f 11 e r (מסכן)« zu verstehen sei, sondern in logischer Aufeinanderfolge der behandelten Fälle ein ממשכן, ein »Verpfändeter« verstanden werden müsse. Schließlich seien noch die gelehrten Noten hervorgehoben, die neues und interessantes Material liefern. Sie behandeln : Raba und Abaji; Sirachbuch und Kanon; Aufstand der babyl. Juden unter Mar Sutra II; Huldigungssabbat des Exilarchen; Aspamjah; Messianische Weissagungen. Durch das ganze Werk geht ein warmer Ton des gründlichen Talmudkenners. Bei der vollständig schiefen und entstellten Art, in der Talmud und Gesetz bei den nichtjüdischen Gelehrten der Gegen» wart in ihren historischen Werken zur Darstellung gelangen, muß Funks ebenso gründliches wie geschmackvolles Buch herzlich b‘e» grüßt werden. Es ist eine wahre Bereicherung der Wissenschaft. Wien. D. Feuchtwang. Monatsschrift, 52. Jahrgang. 48