Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 750 (sequence 3)
- Language
- German
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750 Besprechungen. Anspielung auf die Apostel liegen sollte. Die Zurückdrängung des Aramäischen ist durch die entschiedene Abneigung der jüdischen Lehrer und Prediger gegen diese früher so beliebte Volkssprache auf diesem Wege am besten zu begreifen und zu erklären. Diese Abneigung wuchs in gleichem Verhältnis zur Verbreitung des Christentums. Auch eine literarische Erscheinung sucht Funk auf diesem Wege zu erklären. Erst im achten und neunten Jahrhundert finden wir bei jüdischen Dichtern die Anwendung des Akrostichon für die Dichternamen und des »Riegel« (דרמוש ,רהפז Sp6p.0?)j was bei dem sonst so regen Verkehr der babylonischen Juden mit den aramäischen Gelehrten um so merkwürdiger ist. Die Synagoge verhielt sich eben allem Syrischen gegenüber feindlich. In sehr anschaulicher, plastischer Weise tritt das Verhältnis der immer mehr erstarkenden jungen christlichen Kirche in der Feindschaft gegen die Juden und Perser hervor. Die jüdische Lehre wurde in Babylonien, im Gegensatz zu Palästina, woselbst sie schon zur Zeit der Mischnahredaktion öffentlich verboten war, überall gehört und gelehrt. Der Andrang zum Judentum ist überaus groß. Die jüdischen Gelehrten sind sehr proselytenfreundlich. Daher dann der große Haß und Kampf der aufstrebenden Kirche. D i e chri stlichjüdische Polemik weist damals dieselben Merkmale auf, wie überall und immer; wie auch heute, wo alle Versuche jüdischer Gelehrter die böswillige Karrikatur des Pharisäismus zu zerstören an der Hartnäckig c eit protestantischen Gel ehrten dünkels scheitern, der den Talmudismus, Rabbinismus und die Pharisäer als Mißgebürt charakterisieren muß, damit der Glorienschein des destillierten Christen tums umso heller leuchte. Bedauerlich ist nur, daß jüdische Gelehrten- und gebildete Laienkreise in das gleiche Horn blasen und ohne Gefühl für historische Entwicklung und durch Jahrtausende gefestete Tradition ganz protestantisch sich gebärden und den Totschlag des Gesetzes als Heil und Hoffnung preisen. Auch damals wurde das Gesetz bekämpft; natürlich nicht die jüdischen Menschheitsideale und die Gottesidee. Die nahm man ja —־ wie heute ־־־־ für sich in Anspruch. Denn das Gesetz bedrohte die nationale Eigentümlichkeit der dem Judentum zuströmenden Massen, wie es die der Juden bewährte. Andrerseits war man bestrebt die Kirche alttestamentarisch zu stützen und zu erhärten. Holte man doch die ganze Ausschmückung und poetische Verklärung des Stifters aus dem alten Bunde her. Der allmähliche Übergang autoritativer Gewalt von Palästina