Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 749 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 749 zum Ausbruche des persischen Krieges; im 8. das literarische Leben der babylonischen Juden im vierten Jahrhundert; im 9. die Zeit vom Tode Abajis bis zum Tode Rabas; im Kapitel 10, Raba; im Kap. 11. die letzten Jahrhunderte unter Sabur II.; im Kap. 12. vom Tode Saburs bis zum Tode Bahram Gors; im Kap. 13. R. Asche und die Redaktion des Talmud; im Kap. 14. Jezdegcvd und Abschluß des Talmud. Funk geht den Weg moderner Geschichtsforschung, indem er nie vergißt, daß die jüdische Geschichte, namentlich die Schicksale der Juden in Babylonien in die Flucht welthistorischer Begebenheiten einmünden. Die Kulturgeschichte ist ihm mit Recht von großer Wichtigkeit. Jedes Kapitel gibt dem Verfasser Anlaß zu religionsgeschichtlichen Betrachtungen; er hat ein besonders geschärftes Auge für die Nachweisung politisch-religiöser Motive und Wandlungen und versteht, wie weiter erwiesen werden soll, aus scheinbar unbedeu« tenden talmudischen Notizen und Auseinandersetzungen, wichtige historische Schlüsse zu ziehen. So erscheint uns die Begründung der antiaramäischen Strömung unter Sabur II sehr originell. Das Aramä isehe hatte bei den Juden in Babylonien sich nicht nur festgewurzelt, sondern es bis zu einer gewissen Heilighaltung gebracht. Es spielte in der Synagoge und in den Lehrsälen eine große Rolle, die halachischen Lehren wurden dem Volke aramäisch verdolmetscht, der Wochenabschiritt allsabbatlich vom Meturgerman vorgetragen; Kaddisch nach den Vorträgen aramäisch rezitiert. Und doch erklärte Rabbi Josef, daß man in Persien nicht aramäisch, sondern hebräisch oder persisch sprechen solle (Sotah 49 b). Nach der Ansicht hervorragender Tannaim sind die Juden nur darum nach Babylonien geführt worden, weil daselbst aramäisch gesprochen wurde (Peßach. 87 b). Auch in Palästina wurde ein Jahrhundert früher ganz ähnlich, wie in Babylonien gegen das Westaramäische, gegen das Ostaramäische demonstriert. In beiden Fällen findet Funk ein Motiv des Antagonismus in der Abwehr gegen das aufstrebende Christentum. Die ersten Siege, welche die junge Kirche erfocht, und ihre ersten Eroberungen in jüdischen Gemeinden sind den aramäischen Reden zuzuschreiben, die sie in die Welt geschickt hat. Aramäisch war die Sprache der Apostel, das Aramäisehe »Maran Atta« das Losungswort der Christen, das selbst den griechischen Bewohnern Kleinasiens geläufig war. Ihre Bibel, ihre Hymnen und Gesänge waren aramäisch. Von Edessa aus, der aramäisch-christlichen Zentrale, wurde die Lehre verbreitet. Dem Aramäischen sollte beim Öffentlichen Gottesdienste kein Vorzug mehr gewährt werden. »Die Engel verständen kein Aramäisch.« Wobei Aielleicht in dem »Eng ei« Evangelisten מלאכים eine sarkastisc h!