Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 741 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 741 :zu betrachten sind. Ursprünglich bloß im Falle wirklicher Verunreinigung durch eine Unreinheit, wurde diese Bestimmung in dem Sinne verschärft, daß eine Verunreinigung immer vorauszusetzen ist, weil »die Hände geschäftig sind« und eine Unreinheit berühren können, ohne daß man dessen gewahr wird. Diese Voraussetzung führte zu der Bestimmung des Händewaschens. Der Natur der Sache gemäß, bestand ursprünglich die Pflicht des Händewaschens nur für diejenigen, für welche die Unreinh eit der Hände Bedeutung hatte, für Ahroniden in Rücksicht auf die Speisen mit Heiligkeitscharakter. Dann haben auch einige von den Lehrern, die, wiewohl Nichtahroniden, in levitischer Reinheit gelebt, sich die Pflicht des Händewaschens auferlegt. Einige von den Lehrern, nicht aber »die» Lehrer, denn die Beobachtung der levitischen Reinheit bei Nichtahroniden gehörte selbst unter den Pharisäern zu den Seltenheiten. Erst spät, gegen Ende des 2, Jahrh., ist die Sitte des Händewaschens allgemein geworden. Diese Ausführungen werden durch eine geradezu erdrückende Fülle Quellenmaterials erhärtet. Der große Aufwand an Gelehrsamkeit ist aber nur den protestantischen Forschern gegenüber notwendig; den Talinudisten braucht der wichtigste Punkt in Büchlers Ausführungen: die These, daß die Beobachtung der levitischen Reinheit ausschließlich Pflicht der Priester war, nicht erst bewiesen zu werden. Denn diese These, wie neu und verblüffend sie den protestantischen Forsch ern erscheinen mag, ist nie und nimmer neu gewesen. Sie findet sich als selbstverständlich im Sifra1 2), Sifre8), im Talmud3), bei den Gaonim4), bei alten und späten Kommentatoren5) und auch in Maimonides Misch ne h Thora6). ף Zu Lev. 5,4: ... ♦ אוציא את ישראל שאינן מיזהריין על אבות הטומאה כל ימות השנה־♦ Vgl. den ganzen Passus. Zu 11, 8: הכהנים אינם מטמאים למתים ישראל מטמאים למתים, קל וחומר אם מטמאים למתים חמודים לא יטמאו לנבילות הקלות? ♦י. . 2) Deut. § 75, ed. Friedmann90b: אי מה קדשים בטהרה אף חולין בטהרה? תלמוד לומר הטהור והטמא יאכלנו. 3) Rosch ha-Schanah 16 b, Baraitha: יכול יהו ישראל מוזהרין על מגע נבילה? תלמוד לומר אמור אל הפד,נים בני אהרן, בני אהרן מוזהרין בני ישראל אין מוזהרין, והלא דברים קל י וחוסר ומה טומאה חמורה הדנים .מוז הרין ישראל אינן מוזהרין טומאה קלה לא כל שכן ף Vgl. Büchler, S. 124, Note 1. 5) Vgl. Büchler, S. 48 und S. 78, Note 2. Vgl. Mischneh la- Melech [טומאת אוכלי, Ende, vgl. besonders Maimonides, Sefer ha- Mizwoth 16 עשה und Nachmanides daselbst und zu Lev. 11, 8. Vgl. noch Chinnuch, Gebot 160, 398. 6) טומאת אוכלין die letzten drei Alineas. — Daß Maimonides ein